Viele Fortuna-Fans dürften den Namen Devy Rigaux nicht gleich zuordnen können, das sieht bei dem einen oder anderen Düsseldorfer Verantwortlichen wohl anders aus. Der Belgier war es, der im Sommer 2024 den Wechsel von Christos Tzolis von Fortuna nach Brügge einfädelte. 17 Jahre lang war der mittlerweile 38-Jährige für den belgischen Erstligisten tätig, zuletzt als Geschäftsführer Sport. Vor seinem Wechsel zu Feyenoord Rotterdam sprach der Funktionär noch einmal über den wohl wichtigsten Deal seiner Amtszeit – Tzolis zur richtigen Zeit und für nur rund sechs Millionen Euro nach Belgien zu lotsen. Die Umstände waren, wie Rigaux nun erzählte, durchaus kurios.

Im Interview mit „Het Nieuwsblad“ anlässlich seines Brügge-Abschieds erzählte Rigaux, dass er die entscheidenden Schritte für den Tzolis-Transfer beim Grillen mit seinen Schwiegereltern einleitete. Dabei sei nicht viel Zeit gewesen, um erst einmal in aller Ruhe das gemeinsame Essen zu genießen – denn der Zeitkorridor, um Tzolis‘ Klausel zu ziehen, war laut Rigaux stark eingeschränkt – sie sei für nur 48 Stunden gültig gewesen. Dementsprechend habe der 38-Jährige schnell agieren müssen – und das an einem Feiertag in Belgien, der eigentlich mit einem gemeinsamen Familiengrillen zelebriert werden sollte. Die Umstände des Deals zeigen, dass Manager im Profifußball im Grunde immer auf Abruf stehen müssen – oder wie es Rigaux formuliert: „Manchmal laufen die Dinge eben seltsam.“

Bereits vier Jahre zuvor hatte sich der Kontakt zwischen dem Belgier und Tzolis intensiviert, als Brügge eigentlich versuchte, einen damaligen Teamkollegen des Griechen zu verpflichten. Manfred Ugalde, ein Stürmer aus Costa Rica, der mittlerweile bei Spartak Moskau unter Vertrag steht, spielte einst mit Tzolis bei Twente Enschede. Erst wollte Rigaux Ugalde, der Wechsel scheiterte aber – daraus entstand aber ein Draht zu Tzolis, der sich für den Traditionsverein als ausgesprochen wertvoll erweisen sollte.

Nicht nur spielte Tzolis in den beiden Spielzeiten in Belgien seit seinem Wechsel aus Düsseldorf im Sommer 2024 groß auf, nun sind auch zahlreiche europäische Top-Vereine an ihm interessiert. Als Ablöse sind rund 40 Millionen Euro im Gespräch. Rigaux‘ Nachfolger dürfte, sollte Tzolis den Verein verlassen, einen neuen Rekord-Deal über die Bühne bringen. Für Fortuna lief es seit dem Abschied des Publikumslieblings sportlich alles andere als gut – für Devy Rigaux war ein Feiertag mit Familiengrillen der Grundstein für den vielleicht wichtigsten Transfer seiner Funktionärslaufbahn.