Kinzenbach. Jetzt braucht die Mannschaft des SV Wiesbaden ein Fußball-Wunder: In der Relegation um einen Platz in der Verbandsliga Mitte verlor der Sportverein bei der SG Kinzenbach, dem Dritten der Gruppenliga Gießen/Marburg, mit 1:2 (1:1). Zuvor hatte der Wiesbadener Gruppenliga-Vize TuRa Niederhöchstadt die Kinzenbacher mit 7:3 abgekanzelt. Heißt für das Duell des SVW am Mittwoch (19 Uhr/Livestream des Wiesbadener Kurier): Um die Zugehörigkeit zur zweithöchsten hessischen Klasse noch zu sichern, muss für die Mannschaft von Chefcoach Daniel Löbelt ein Sieg mit drei Treffern Abstand her. Etwa ein 3:0. Dann wäre der SVW bei Punktgleichheit vom Torverhältnis einen Treffer besser.
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Jetzt heißt es alles oder nichts
„Alles oder nichts, kann es nur heißen“, gibt der Sportliche Leiter Yildirim Sari den Kurs vor. Und kann es nicht fassen, dass angesichts der Fülle an glasklaren Gelegenheiten am Ende in Kinzenbach, wo etwa 40 Wiesbadener dem SVW die Daumen drückten, nicht zumindest ein Remis heraussprang. Die Gäste begannen druckvoll. Der erste Versuch von Saki Nakos wurde auf der Linie geklärt, der zweite ging knapp daneben. Zudem sorgte der Kopfball von Julian Bill für Gefahr. Ehe ein verhängnisvoller Defensivschnitzer zum 1:0 der Heimelf führte. Folgenreiche Patzer, die sich wie ein roter Faden durch die Runde ziehen.
Doch Aidan Harney ließ die Köpfe beim SVW durch sein promptes 1:1 erst gar nicht nach unten gehen. Die Mannschaft versuchte auch nach der Pause alles. Cedric Siewe Nana, Saki Nakos Hiroki Torinomi und Aidan Harney schnupperten am 2:1. Bei Strafraumszenen mit Beteiligung von Nakos und Siewe Nana warteten die Wiesbadener vergeblich auf eine Elfmeterentscheidung. Auch in der Entstehung des 2:1 für Kinzenbach hätten sie einen Pfiff erwartet. „Der Stürmer reißt Tim Maurer vorher nach unten“, beobachtete Yildirim Sari. Den folgenden Schuss parierte Keeper Umut Gündogan, gegen den zweiten Versuch, der im Giebel landete, war er machtlos.
Fußball paradox
Fußball paradox aus Sicht der Gäste, die ferner mehrfach an SG-Schlussmann Kai Nico Marzell scheiterten. Die Wiesbadener belohnten sich schlichtweg nicht für ihren enormen Aufwand. „Wir haben jetzt überhaupt nichts mehr zu verlieren“, hofft SVW-Chef Markus Walter am Mittwoch auf einen ungeahnten Kraftakt. Und darauf, dass trotz der mehr als schwierigen Ausgangslage viele Sympathisanten des Vereins den Weg in den Helmut-Schön-Sportpark finden. Von Niederhöchstädter Seite rechnet er mit ungefähr 200 bis 300 Fans. Noch ist die Verbandsliga-Uhr des Sportvereins nicht abgelaufen, aber es braucht den perfekten Tag, um den klaren Kinzenbach-Bezwinger selbst deutlich in die Schranken zu weisen. Eben ein Wunder mit drei Toren Differenz. Davon abgesehen steht fest, dass Torhüter Noah Kara zum VfR Groß-Gerau wechselt.
Tore: 1:0 Heinrich (32.), 1:1 Harney (37.), 2:1 Olympio (64.). – Zuschauer: 200.