Wer am Sonntag den Sportplatz des SV Helpenstein betrat, dem war sofort klar, dass hier keine normale Landesligapartie angepfiffen wird. Zum „wichtigsten Spiel des Jahres“ begrüßte der Stadionsprecher, er schmetterte ein „Ewig Landesliga FCHHHHH“ ins Mikrofon.
Zwei maskierte Fans zündeten gar Pyrofackeln. Das Drumherum schien die Heimelf, die für den Klassenerhalt einen Sieg gegen den SV Eilendorf benötigte, dann auch anzuspornen. Mit 5:1 erledigte Helpenstein die Pflichtaufgabe, was angesichts des parallelen Sieges von Viktoria Arnoldsweiler auch überlebenswichtig war.
Eilendorf mit Not-Elf
Der bemitleidenswerte SVE-Trainer Jasmin Muhovic schickte eine absolute Notelf ins Rennen. Torhüter Fabian Radermacher musste im Feld ran, auf dem Kunstrasen standen zwei Akteure aus der A-Jugend sowie zwei aus der Reserve. „Wir pfeifen aus dem letzten Loch“, sagte Muhovic. Sein Team geriet gegen hochmotivierte Hausherren früh in Rückstand. Nach Hereingabe von der rechten Seite stand Dominik Hahn im Zentrum goldrichtig und setzte den Ball per Drehschuss in die Maschen (8.). Zwei Minuten später setzte Dominik Sinanoglu, der wie drei weitere Spieler zum A-Ligisten SV Brachelen verabschiedet wurde, das Leder an die Unterkante der Latte.
Aber Eilendorf zeigte Moral und Klasse. Jan-Josef Anselm-Bagel zirkelte eine Flanke maßgenau auf Amoah Agyei Ezekiel, der mit einem präzisen Kopfball zum Ausgleich traf (11.). Helpenstein steckte das gut weg und stellte zügig wieder auf 2:1: Sinanoglu verwertete eine Hereingabe von rechts Seite (19.). Es folgte der nächste Nackenschlag für Eilendorf: Dino Avdic knallte mit dem Rücken gegen einen Stahlpfosten der Bande und blieb liegen. Paul Schulz, eigentlich Torwart, kam in die Begegnung.
Kurz vor der Halbzeit traf der Krankenwagen ein, um Avdic ins Krankenhaus zu bringen, das Spiel wurde minutenlang unterbrochen. Da stand es schon 4:1: Colin Ryßen köpfte nach einer Ecke das 3:1 (34.). Und Erdem Acikgöz jagte einen Linksschuss an die Unterkante der Latte und von dort hinter die Linie (38.). Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Der SV Eilendorf schlug sich mit seiner Rumpfelf tapfer, in der Schlussphase wurde gar der 48-jährige Co-Trainer Thomas Kratz eingewechselt. Edwyn Bate gelang noch das 5:1 (86.). „Wir sind froh, dass jetzt Pause ist. Es ist Wahnsinn, was wir an Verletzungen haben“, sagte Muhovic. In Helpenstein begann die Nichtabstiegsparty. „Die Jungs sind immer bereit zu feiern“, sagte Hahn grinsend.
Dieser Artikel kommt von unserem Partner Aachener Zeitung. Noch mehr spannende Portraits, Reportagen, Livesstreams, Interviews und Analysen zu deinen Lieblingsteams in der Region findest du auf http://www.aachener-zeitung.de