Harbaum Die kann ich komplett nachvollziehen. Aber Sorgen sind ja nicht rational. Wenn ich mir wegen etwas Sorgen mache, hält das einer Überprüfung oft nicht stand. Viele der Sorgen sind ja gerade Argumente für die neue Einrichtung. Beispiel: Auf dem Spielplatz wird gedealt. Wenn wir also den Verkauf kleiner Mengen in der Einrichtung erlauben und gleichzeitig den Handel draußen verfolgen, wird er sich verlagern – und eben nicht mehr auf dem Spielplatz stattfinden. Auch rund um die Erkrather Straße gibt es viele Beschwerden, die in erster Linie den offenen Handel vor dem Haus betreffen. Dass die Abhängigen im Drogenhilfezentrum unter sauberen Bedingungen konsumieren können, sich nicht mit Hepatitis anstecken oder mit HIV, dass sie eine warme Mahlzeit bekommen und deshalb nicht klauen gehen müssen, das sieht erst mal niemand, wenn vor dem Haus 30 Leute stehen, die Drogen verkaufen. Aber das, was sich draußen abspielt, haben wir als Drogenhilfe nicht zu verantworten. Würden wir eine Regelung finden, den Handel nach drinnen zu verlagern, hätten wir das Problem nicht mehr. Das würde auch die Akzeptanz unserer Arbeit verbessern. Wir haben in Deutschland über Jahre eine Entwicklung verschlafen. Jetzt müssen wir nachliefern.