Bielefeld-Milse. Der ambulante Pflegedienst „Vida leben“ sowie die Architekten Pappert und Weichynik feierten Mitte Mai das Richtfest eines neuen Wohnhauses für Senioren mit Pflegegrad. An der Elverdisser Straße entstehen zwei Wohngruppen, vier geförderte und zwei frei finanzierte Wohnungen. Das Angebot richtet sich bevorzugt an Senioren aus Milse, Baumheide, Brake und Heepen, um bestehende Kontakte in der Nachbarschaft beizubehalten.
Für den Einzug in die Wohngruppen oder die geförderten Wohnungen ist jedoch ein Wohnberechtigungsschein notwendig. Die Miete liegt bei 7,45 Euro pro Quadratmeter. Das Angebot, das Pflege und Wohnen kombiniert, sei an diesem Standort deutlich günstiger als ein Pflegeplatz in den meisten Seniorenheimen. Da das Haus durch eine Photovoltaik-Anlage eigene Energie produziere, sind auch die Heiz- und Energiekosten geringer.
Wohnraum für 40 Menschen – das ist geplant
Im Erdgeschoss des Neubaus sollen zwei Wohngruppen mit jeweils neun Pflegeplätzen entstehen. Darüber liegen vier kleine Wohnungen mit 40 bis 45 Quadratmetern. Außerdem sind im ersten Obergeschoss zwei etwas größere Wohnungen geplant, die im Gegensatz zu den anderen Wohnungen nicht gefördert sind.
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Die Pflegewohngruppen bieten jeweils Platz für neun Menschen und werden möbliert vermietet. Esther Lux, Vertreterin von „Vida leben“, betont, dass zwar persönliche Gegenstände oder ein Lieblingssessel mitgebracht werden können, größere Möbel jedoch keinen Platz haben. Zudem seien alle Wohneinheiten barrierefrei und teils rollstuhlgerecht gestaltet. Architekt Michael Pappert hebt als „ganz wichtiges Merkmal“ hervor, „dass jede Wohnung über einen eigenen Balkon verfügt.“ Vor dem Gebäude sollen Parkplätze entstehen.
Neben der Gestaltung der Wohneinheiten trage auch der Standort zum Erhalt der Lebensqualität bei. Durch eine Bushaltestelle vor der Tür und eine in zehn Gehminuten zu erreichende Bahnhaltestelle seien die Menschen gut angebunden.
Dieser Entwurf der Architekten zeigt, wie das Gebäude aussehen soll.
| © Architekten Pappert+Weichynik
Großer Bedarf an Wohnräumen
Die Baugenehmigung für das Projekt lag bereits seit drei Jahren vor, auf die Wohnungsbaufördermittel hingegen musste lange gewartet werden. Insgesamt werden 4,1 Millionen Euro in das seniorengerechte Wohnen an der Elverdisser Straße investiert, um die pflegerische Versorgung langfristig zu sichern. Der zentrale Gedanke des Projekts sei, „Menschen im Alltag zu versorgen und Wohnraum zu schaffen“.
Laut Pappert ist der Bedarf an solchen Häusern riesig: „Wir brauchen viel mehr solcher Häuser“, stellt er klar. Die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum sei allgemein enorm: unter Berücksichtigung der Renten-Entwicklung ist vor allem der bezahlbare Wohnraum für ältere Menschen ein wichtiges Anliegen. Durch das Projekt sollen Senioren in der ihnen bekannten Nachbarschaft selbstständig leben können und trotzdem versorgt werden. Wenn Senioren sich durch ein solches Projekt in kleinerem Wohnraum wohlfühlen, können durch frei werdende Eigenheime zudem größere Wohnräume für Familien geschaffen werden.
Der Bau des Hauses begann im Oktober 2025, wurde aber „durch den Winter ausgebremst“. Frost und Schnee verhinderten weitere Arbeiten bis Februar. Da diese Pause einkalkuliert war, liegt die für den Rohbau zuständige Baufirma Twelmeier dennoch gut im Zeitplan und sieht einer Eröffnung im Frühjahr 2027 positiv entgegen. Zusagen für die Wohnungen werden durch Vida leben bis zum Sommer vergeben.
