Und er sicherte Merz seine „volle persönliche Unterstützung und die volle Unterstützung der gesamten CDU Nordrhein-Westfalen“ zu. Gut, dass er ihm nicht sein „vollstes Vertrauen“ ausgesprochen hat. In der CDU weiß man: Das „vollste Vertrauen“ der Altkanzlerin Angela Merkel für ihre Minister endete gerne mit deren baldigem Rücktritt.

Hendrik Wüst ist der zweitbeliebteste Politiker

Doch in dieser Woche lässt Wüst in Berlin nichts anbrennen – der Ministerpräsident ist voll ausgebucht. Am Montag sprach er in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften über Staatsmodernisierung in Bund und Ländern. Am Mittwoch reist das gesamte NRW-Kabinett in die Hauptstadt. An der Kabinettssitzung nimmt auch Digitalminister Karsten Wildberger teil, danach folgt ein gemeinsamer Presseauftritt mit Vizeministerprä­sidentin Mona Neubaur (Grüne). Thema: Bürokratieabbau.

Und last but not least steigt ein großes Sommerfest in der NRW-Landesvertretung mit mehr als 1000 Gästen – parallel zum Koalitionsausschuss der Bundesregierung, der sich mit den Sozialpartnern zusammensetzt. Auch wenn Wüst dort nicht am Tisch sitzt: Die Länder wollen bei der Reformagenda der Bundesregierung mitreden – damit sich das peinliche Durchfallen der Entlastungsprämie im Bundesrat nicht wiederholt.

Persönlich läuft es gut für den 50 Jahre alten Wüst: Im aktuellen „Trendbarometer“ von RTL und ntv liegt er hinter Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf Platz zwei der beliebtesten Politiker, weit vor Merz. Wüst dimmt das alles herunter. Bloß keine neue Debatte. Aber sichtbar in der Hauptstadt – das will er schon bleiben.