Jeder zweite Sitzplatz bleibt in der Woche vom 8. bis 12. Juni frei – so auch in der Hausarztpraxis von Dr. Reto Schwenke. Schwenke ist Bezirksvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands für Nordbaden. Ob sich tatsächlich alle Hausarztpraxen in Karlsruhe an dem Protest beteiligen, könne er nicht pauschal sagen. „Doch alle Aktiven im Verband nehmen teil“, sagt er gegenüber der Redaktion am 8. Juni.

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Reto Schwenke.
Foto: Reto Schwenke
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Reto Schwenke.
Foto: Reto Schwenke
Protest – aber ohne schlechtere Versorgung
Dass jeder zweite Platz gesperrt ist, bedeute jedoch keineswegs, dass Patienten mit einer schlechteren Versorgung rechnen müssen. Vielmehr soll die Aktion ein Protest gemeinsam mit den Patienten sein: „Wir hatten heute einen normalen Sprechstundentag“, sagt Schwenke. Die Versorgung sei laut dem Arzt in keiner Praxis ausgedünnt worden. Die Aktion solle lediglich verdeutlichen, was mit dem geplanten GKV-Spargesetz in den Praxen passieren könnte.
Patienten sollen mitmachen: QR-Code auf gesperrten Stühlen
„Wir wollen mit den Patienten gemeinsam den Weg gehen und die Patienten zum eigenen Engagement aufrufen.“ Auf jedem gesperrten Stuhl befindet sich ein QR-Code, über den Patienten mit wenigen Klicks eine Nachricht an ihre Bundestagsabgeordneten senden können. Denn das Gesetz liegt in den Händen des Parlaments – und Abgeordnete reagieren auf Druck aus ihrem Wahlkreis. Je mehr Menschen sich in diesen Tagen bei Ihnen melden, desto größer sei die Chance auf Korrekturen im Gesetzgebungsverfahren.

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In einigen Praxen in Baden-Württemberg ist jeder zweite Stuhl gesperrt.
Foto: Katharina Kausche/dpa
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In einigen Praxen in Baden-Württemberg ist jeder zweite Stuhl gesperrt.
Foto: Katharina Kausche/dpa
Weitere Informationen dazu gibt es auf der offiziellen Website der Aktion: https://www.hausarztpraxen-retten.de/
Das geplante Sparpaket: Entlastung der Kassen und Einschnitte bei Praxen
Das vom Kabinett auf den Weg gebrachte Sparpaket soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und höhere Zusatzbeiträge zu vermeiden. Wie zuvor die dpa berichtete, plant Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche – außerdem etwa höhere Zuzahlungen für Medikamente sowie Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.