Die Steinstraße ist aktuell stark versiegelt und bebaut. Straßenbäume und anderes Stadtgrün fehlen. Dadurch ist die Hitzebelastung im Sommer hoch und es besteht ein erhöhtes Risiko für Tropennächte. Die Südvorstadt ist aktuell Pilotquartier zur Wärmewende; der Umbau der Leitungsbestände eröffnet dabei ein Zeitfenster, um auch den Straßenraum grundhaft neu umzubauen. Insbesondere die so genannte grün-blaue Infrastruktur wird dabei in den Blick genommen, also gestaltete Grünräume und ein lokales, ökologisches Regenwassermanagement. Das Modellprojekt in der Steinstraße soll Bausteine liefern, damit sich der Umbau auch auf andere Straßen und Quartiere übertragen lässt. Michael Jana, Leiter des Mobilitäts- und Tiefbauamtes, sagt: „Das Modellprojekt soll sozusagen als Labor für klimaresiliente Straßenräume im dichten Bestand dienen. Wir freuen uns daher sehr über die Förderzusage durch das Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung.“

Innovatives Niederschlagsmanagement

Verschiedene blau-grüne Elemente eines Systembaukastens sollen dabei zum Einsatz kommen, den die Stadt derzeit mit den Leipziger Wasserwerken und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer entwickelt. Konkret ist für den Abschnitt zwischen August-Bebel-Straße und Brandvorwerkstraße vorgesehen, zwischen vier bis acht neuen Straßenbaumscheiben unterirdisch einen etwa 78 Meter langen Schwammstadtkörper zu verbauen. Dieser schützt das Wurzelwerk der Bäume und speichert viel Wasser. Die Stellplätze für Autos sollen so gepflastert werden, dass Regenwasser gut versickern kann. Auch Tiefbeete oder Mulden sind geplant, die das Niederschlagswasser reinigen. 

Im Modellprojekt sollen zudem Fahrradstellplätze sowie Lade- und Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr angeordnet werden, um nachhaltige Mobilität zu fördern. Insgesamt soll die Umgestaltung helfen, die Aufenthaltsqualität in der Steinstraße zu erhöhen.

Beteiligung und Zeitplan

 Informations- und Dialogformate sollen frühzeitig die Anwohnerinnen und Gewerbetreibenden einbeziehen und beteiligen. Mit dem Umbau, der im Rahmen des Fernwärmeausbaus erfolgt, kann nach jetziger Planung 2027 begonnen werden.