Anton Ludewig und Marlon Würffel von Epic Escape zeigen den Spielekoffer und das Video, die die Spieler durch eines ihrer Stadträtsel führen. Foto: Heiko Weckbrodt
Veranstaltungsunternehmen zieht aus Hochschule in eigenes Domizil um
Dresden, 09.06.26. Sie waren Kindergarten-Freunde und ganz vernarrt in Schnitzeljagden. Jahre später haben sie sich in Dresden wiedergetroffen und verwandeln seither ganze Städte in Abenteuer-Labyrinthe: 2019 haben Anton Ludewig und Marlon Würffel in der Gründungsschmiede der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) das Veranstaltungsunternehmen „Epic Escape“ geschaffen. Seither schicken sie Familien, Kindergruppen, Firmen-Belegschaften und andere Abenteuerlustige auf inszenierte Verbrecherjagden, Zaubermissionen und andere Quests, die oft den gesamten Stadtraum einnehmen.
„Es klappt nicht immer, eine wirtschaftlich profitable Firma aus dem Nichts zu gründen.“
Prof. Torsten Gonschorek, HTW Dresden
Mittlerweile bieten Ludewig und Würffel ihre Rätselabenteuer in 20 Städten an und ziehen aus der Hochschule in ein eigenes Domizil um. „Es klappt nicht immer, eine wirtschaftlich profitable Firma aus dem Nichts zu gründen“, lobt Prof. Torsten Gonschorek das Duo. Nun beginne für das Unternehmen „ein neuer Abschnitt mit mehr unternehmerischer Eigenständigkeit und Raum für weiteres Wachstum“, heißt es von der HTWD.
Neue, digitale Chancen durch Corona
Dabei war der Anfang alles andere als leicht: Neben Studium und Job tüftelten die Beiden bis spät in die Nacht an ihrem Konzept. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht“, erinnert sich Marlon Würffel. „Wirtschaftliches Interesse spielte da zuerst gar keine Rolle.“ Die ersten Touren, die Stadtführung mit Abenteuern und Rätselkoffern kombinierten, waren so erfolgreich, dass die Gründer die Hochschule um Hilfe baten, um ihre Idee richtig zu kommerzialisieren. Die zogen in der HTW-Inkubator „Gründungsschmiede“ ein, bekamen dort Beratung und Unterstützung. Und dann kam Corona: „So bitter die Nachricht von den Kontaktbeschränkungen auch war, durch die Pandemie haben sich für uns echte Chancen aufgetan“, erzählt Würffel. „Wir haben unser Angebot digitalisiert, die Tour auf ein Tablet gebracht und dazu noch ein ganz neues Spiel entwickelt.“
Durch Lizenzierung rasch gewachsen
In den folgenden Jahren expandierte „Epic Escape“ in immer mehr Städte und setzte dabei auf das Lizenzprinzip: Cafés, Restaurants und andere Unternehmungen vor Ort lizenzieren die Spiele und Koffer, bieten sie dann in ihrer Stadt an. Dadurch ist das Escape-Netz deutschlandweit rasch gewachsen. Die Gründer engagierten sieben weitere Mitarbeiter für ihr Team, die sich um Grafik, Spiele- und Softwareentwicklung kümmern. Die Erlöse aus den urbanen Abenteuern stecken sie seit Anfang an in neue Spiele und Konzepte. Würffel: „Trotz gesicherter Finanzierung haben wir erste Gewinne immer wieder reinvestiert, so auch in die Weiterentwicklung unserer Spiele“.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: HTWD, Epic Escape, Oiger-Archiv