Warnungen in Russland
Ukraines Ballon-Drohnen machen russisches Militär nervös
t-online, Anna von Stefenelli
09.06.2026 – 12:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer Soldat bei einer Übung am Strand. (Quelle: IMAGO/Alexander Reka)
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Kiew setzt zunehmend auf eine alte Methode, um Drohnen tief ins russische Hinterland zu bringen: Ballons. Kremlnahe Medien warnen bereits vor der Taktik.
Eine Militärtechnologie aus der Zeit der Französischen Revolution erlebt auf dem modernen Schlachtfeld eine Renaissance: Die ukrainischen Streitkräfte sollen sogenannte Stratosphären- oder Aerostatenballons nutzen, um Drohnenangriffe über große Entfernungen zu unterstützen.
Russlands Streitkräfte macht diese Technologie offenbar zunehmend nervös. Kremlnahe Quellen warnen seit Tagen. Der pro-russische Telegram-Kanal „tactical 13“ berichtete kürzlich, dass über der Krim erstmals „Ballons abgeschossen“ worden seien, die „schnelle Drohnen“ transportiert hätten. Wie die russische Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“ (AiF) schrieb, habe der Gegner einen „kühnen und kostengünstigen Weg gefunden, tief in russisches Territorium einzudringen“.
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Aufmerksamkeit erhielt die Methode auch durch ein Video des Unternehmens Kettle Tech Labs, das Ende Mai in sozialen Netzwerken verbreitet wurde. Darin ist zu sehen, wie eine ukrainische „Hornet“-Drohne von einem Ballon in mehreren Kilometern Höhe gestartet wird.
Drohnen und Aufklärung: viele Einsatzmöglichkeiten der Ballons
Dem Technikportal „Technology.org“ zufolge sollen ukrainische Drohnen inzwischen Distanzen von mehr als 1.500 Kilometern überwinden. Sie könnten also dabei helfen, die Reichweite und Effektivität solcher Operationen zu erhöhen.
Grund für die Nervosität der russischen Streitkräfte dürften zudem auch die weiteren Einsatzmöglichkeiten sein. „Technology.org“ berichtet, dass die Ballons verschiedene Aufgaben übernehmen können. Denkbar seien etwa Aufklärungssysteme oder Signalverstärker, die Langstreckendrohnen bei Navigation und Kommunikation unterstützen.
Die Technologie selbst ist vergleichsweise simpel. Solche Ballons werden auch in der Wissenschaft genutzt und bestehen meist aus dünnen Materialien wie Latex, Polyethylen oder Mylar.
Gerade diese Einfachheit könnte jedoch ein Vorteil sein. So sollen die Ballons auf Radarschirmen teilweise nur schwach erscheinen. Zudem bewegen sie sich in großen Höhen und können dadurch schwierige Ziele für Luftabwehrsysteme sein.
Den Berichten zufolge werden die Ballons teilweise auch als Lockmittel eingesetzt. Ihr Ziel wäre es, russische Luftabwehrsysteme zur Aktivierung zu zwingen und so deren Standorte offenzulegen.
Neu ist der Einsatz allerdings nicht. Auch Russland setzt laut dem Bericht entsprechende Ballons ein. Ebenso experimentieren westliche Streitkräfte mit der Technologie. Bei der US-Militärübung „Sword26“ startete die US-Armee kürzlich Stratosphärenballons von Schweden aus.

