Dass der Transfer von Isac Lidberg am Dienstag noch Aufsehen erregen würde, war nicht absehbar gewesen. Der schwedische Stürmer kommt für 3,5 Millionen Euro vom SV Darmstadt und hat bis 2030 bei Borussia Mönchengladbach unterschrieben: Die zentralen Infos waren bereits seit einer Woche bekannt.

Es fehlten neben der offiziellen Verkündung nur noch Statements des Spielers und des Klubs – und die Antwort auf die Frage, welche Rückennummer Lidberg künftig trägt. Mit seiner überraschenden Wahl löste der 27-Jährige mittelschwere Turbulenzen in den Sozialen Netzwerken aus: Lidberg hat sich für die 3 entschieden.

„Mit der 3 ist schon wild. Feier ich“, schrieb ein User. Ein anderer: „Die Nummer 3 steht für 3 Tore gegen Schalke?“ In der 2. Bundesliga erzielte Lidberg einen Hattrick gegen S04. Im generationsübergreifenden Fußball-Gedächtnis ist fest verankert, dass ein Innenverteidiger diese Nummer zu tragen hat, vielleicht noch ein Außenverteidiger.

Ko Itakura war der letzte Inhaber der 3 in Gladbach, davor hatten sie Michael Lang, Reece Oxford und Andreas Christensen auf dem Rücken. Ihr Vorgänger wiederum hieß Filip Daems – keiner war so lange bei Borussia, seit es feste Nummern gibt, ohne sie einmal zu wechseln, zehneinhalb Jahre lang.

Zum Glück stellte Gladbachs Social-Media-Abteilung Lidberg die essenzielle Frage: Warum die 3 als ausgemachter Torjäger? „Es ist eine coole Nummer für einen Stürmer. Als ich aufgewachsen bin, habe ich Gyan von Ghana gesehen, wie er viele Tore mit der Nummer 3 geschossen hat“, erklärt Lidberg in einem Instagram-Video. Asamoah Gyan lief 2006, 2010 und 2014 bei der Weltmeisterschaft mit der 3 auf, mit elf Einsätzen sowie sechs Treffern ist er Ghanas Doppel-Rekordhalter.

Isac Lidberg: Rückennummer zwischen Chiarodia und Diks

Die 9 gehört in Gladbach Franck Honorat, einem Rechtsaußen. Der Franzose war bereits bei Stade Brest mit ihr ausgestattet. Tim Kleindienst ist als Borussias Chef-Torjäger mit der 11 standesgemäßer unterwegs als Lidberg, der mit der 27 auf dem Rücken zum damals jüngsten Erstliga-Debütanten in der Historie von Hammarby IF wurde. Theoretisch wäre sie frei gewesen nach dem Abgang von Rocco Reitz.

In Darmstadt hatte Lidberg die 7, die bei Borussia Kevin Stöger gehört. Den Durchbruch schaffte er einst bei Gefle IF mit der 19, doch die hat Nathan Ngoumou. Numerisch ordnet sich Lidberg nun also zwischen Fabio Chiarodia und Kevin Diks ein – zwischen zwei Innenverteidigern, wie es sich scheinbar gehört. Einen Titel wird er Diks wohl gerne streitig machen: Der war vergangene Saison dank seiner Elfmeter Borussias zweitbester Torschütze.

Die ungewöhnlichste Rückennummer-Wahl der vergangenen Jahrzehnte darf Lidberg bereits für sich reklamieren. Jeff Strasser hatte als Innenverteidiger die 7, Joris van Hout als Stürmer die 12, die seitdem nicht mehr vergeben wird als Hommage an die Fans. Aber ein Angreifer mit der 3, das ist schon ungewöhnlich.