
Stand: 09.06.2026 16:27 Uhr
Ermittler im Zollkriminalamt in Frankfurt haben über mehrere Festnahmen im Zusammenhang mit Kokain-Schmuggel informiert. Tonnenweise soll eine Bande die Droge über Scheinfirmen in Niedersachsen nach Europa geschmuggelt haben.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft, das Zollfahndungsamt und die Polizei mitteilten, durchsuchten Ermittler am Dienstag 27 Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Später bestätigten die Ermittler dem NDR, dass es Durchsuchungen auch in Niedersachsen gab – laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Braunschweig und Gifhorn. Insgesamt wurden den Angaben zufolge drei Verdächtige im hessischen Herborn sowie in Amersfoort und Assen in den Niederlanden festgenommen worden. Dabei handele es sich um zwei 59 und 56 Jahre alte Niederländer sowie einen 53-Jährigen türkischer Staatsangehörigkeit. Zwei weitere Beschuldigte im Alter von 57 und 26 Jahren befänden sich bereits in Haft. Unklar ist, was bei den Durchsuchungen sichergestellt wurde.
Firmen in Isernhagen und Braunschweig übernommen
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen Juni 2024 und Januar 2026 als Teil einer international agierenden Bande Kokain im Tonnenbereich aus Südamerika per Flugzeug und Schiff eingeführt zu haben. Zu diesem Zweck hätten Mitglieder der Organisation bestehende Firmen mit Sitz in Isernhagen (Region Hannover) und Braunschweig übernommen und als Scheinfirmen genutzt. Über die Firmen konnte die Bande laut Generalstaatsanwaltschaft beispielsweise Zoll- und Frachtpapiere für Luftfracht und Schiffs-Container organisieren. Der Schmuggel von Betäubungsmittel, insbesondere Kokain, durch Einsatz von Scheinfirmen sei ein bekanntes Muster im Bereich der globalen Rauschgiftkriminalität.
2,5 Tonnen Kokain – 180 Millionen Euro
Allein im Zeitraum von Februar 2025 bis Januar 2026 seien bei vier Kokainimporten 2,5 Tonnen der Droge in Luxemburg, Kolumbien und in Hamburg sichergestellt worden. Die Drogen hätten eine Straßenverkehrswert von etwa 180 Millionen Euro. Der 59-Jährige soll als Gesellschafter und Geschäftsführer von eingesetzten Scheinfirmen, der 53-Jährige als Logistiker und der 26-jährige Beschuldigte als Koordinator für die Entladung fungiert haben. Bei den seit Februar 2025 geführten Ermittlungen um Kokain-Schmuggel geht es insgesamt um mittlerweile 20 Beschuldigte.

Auch ein Oldenburger Polizist soll beteiligt gewesen sein. Es geht um Drogengeschäfte im Wert von 500.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 28- und 33-Jährigen vor, mehr als 15 Kilogramm Kokain aus Spanien importiert zu haben.

Die Beamten haben rund ein Jahr lang gegen die Verdächtigen ermittelt. Sie sollen im Raum Papenburg Drogen verkauft haben.