Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Bulgarien will keine Waffen mehr an Ukraine liefern
Aktualisiert am 09.06.2026 – 19:03 UhrLesedauer: 7 Min.
Rumen Radew: Bulgariens Präsident wünscht sich einen gerechten Frieden. (Quelle: Valentina Petrova/ap)
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Ein EU-Land drängt auf Friedensverhandlungen. Auf der Krim gibt es Benzin nur noch rationiert. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Bulgarien will keine Waffen mehr an Ukraine liefern
Bulgarien will keine Waffen mehr an die Ukraine liefern und fordert Verhandlungen zwischen den Regierungen in Kiew und Moskau. Das kündigte der neue Verteidigungsminister Dimitar Stojanow an, wie die Nachrichtenagentur BTA berichtet. „Es ist nicht geplant, dass die bulgarische Seite der ukrainischen Armee weitere Waffen liefert“, sagte er. Es sei an der Zeit, einen gerechten Frieden zu suchen, der von beiden Kriegsparteien bestimmt werde.
Das Nato- und EU-Mitglied lieferte der Ukraine 2024 und 2025 unter anderem Panzerabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge und Haubitzen. Noch 2022 und 2023 hatte Bulgarien offiziell keine Waffen und Munition in die Ukraine geliefert, sondern hauptsächlich an europäische Zwischenhändler. Die neue Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Rumen Radew wurde im vergangenen Monat vereidigt. Radew war als pro-russisch bekannt, sicherte nach seiner Vereidigung aber zu, eine pro-europäische Politik zu verfolgen.
Russland rationiert Benzin auf der Krim
Die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl- und Treibstoffinfrastruktur zeigen Wirkung. Bereits am Wochenende hatte Russland erstmals Probleme bei der Kraftstoffversorgung eingeräumt. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gelten inzwischen deutliche Einschränkungen beim Tanken.

Ein brennendes Öldepot auf der Krim (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Stringer)
Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) erhalten Autofahrer nur noch 20 Liter Benzin und müssen dafür einen persönlichen QR-Code nutzen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, bestätigte das Verfahren auf Telegram. Demnach wird der QR-Code über die staatlich kontrollierte Messenger-App „Max“ ausgegeben und ist jeweils einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet. Raswoschajew erklärte zudem, die Maßnahme solle Hamsterkäufe, Spekulationen und lange Warteschlangen an Tankstellen verhindern.
Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim
Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen.
Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar – die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten.
