
Iranische Fußballfans erhalten nach Angaben des nationalen Verbands kurzfristig nicht das erwartete Ticket-Kontingent für die WM-Spiele ihres Teams in den USA. Der Verband erhebt nun Vorwürfe gegen das Gastgeberland und hofft auf Vermittlung durch die FIFA. Die äußert sich – allerdings wenig konkret.
Die Verkäufe von Eintrittskarten für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten seien für den iranischen Verband FFI unmöglich geworden, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Der FFI wirft WM-Mitgastgeber USA vor, die Anwesenheit iranischer Fans auf diesem Wege verhindern zu wollen.
Eigentlich Acht-Prozent-Kontingent für jede Nation
Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Daher hätten iranische Fans Beobachtern in Teheran zufolge ohnehin nur geringe Chancen gehabt, zur WM einzureisen. Derzeit werden in den US-Auslandsvertretungen keine Visa für iranische Bürger ausgestellt. Zudem sind Reisen in die USA für die meisten iranischen Fans kaum bezahlbar.
Nach Angaben der FFI hätten dennoch viele Anhänger bereits ihre Reise zur WM geplant und müssten diese nun absagen. Der Verband hoffe noch auf Vermittlung durch die FIFA, um über das Ticket-Kontingent von acht Prozent der Zuschauerplätze in den Stadien verfügen zu können. Diese Zahl von Karten steht jedem WM-Teilnehmer für seine Fans pro Spiel zur Verfügung.
FIFA will „geeignete Lösungen“ finden
Die US-Veranstalter haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen des Iran geäußert. Die am Dienstag versendete Mitteilung der FIFA klingt derweil wenig konkret: „Die FIFA arbeitet eng mit dem iranischen Fußballverband zusammen, um geeignete Lösungen zu finden, die den iranischen Fans möglichst viele Möglichkeiten bieten, die Spiele zu besuchen.“
Strikte Restriktionen auch für das iranische Team
Die iranische Auswahl trifft jeweils in Los Angeles am 16. Juni (3 Uhr) auf Neuseeland sowie am 21. Juni (21 Uhr) auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni (5 Uhr) in Seattle gegen Ägypten statt.
Der Vorgang reiht sich ein in eine Vielzahl bürokratischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran rund um die WM in den vergangenen Tagen und Monaten. So hatte der iranische Verband wegen der Einreisebeschränkungen sein Teamquartier aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene Tijuana in Mexiko verlegt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA einreisen.