Gadderbaum. Jedes Jahr warten in Deutschland rund 9.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Für viele von ihnen ist eine Organspende die einzige Chance auf ein längeres oder sogar neues Leben. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Spender vergleichsweise gering. Im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) soll nun ein neuer Erinnerungsort auf die Bedeutung des Themas aufmerksam machen.

Anlässlich des Tags der Organspende wurde im Haus Gilead I ein sogenanntes „Dank.Mal“ eingeweiht. Das Kunstwerk des Bielefelder Künstlers Karl Wachtmann trägt den Titel „Flügel des Lebens“ und ist im Eingangsbereich der Kapelle zu sehen. Im Mittelpunkt steht ein Schmetterling – ein Symbol für Verwandlung und Neubeginn.

Das Werk soll vor allem den Menschen gewidmet sein, die nach ihrem Tod Organe gespendet haben. „Weil wir ihnen nicht mehr persönlich danken können, möchten wir damit ein Symbol des Dankes und der Wertschätzung schaffen“, sagte der Transplantationsbeauftragte des EvKB, Dr. Friedhelm Bach, bei der Einweihung. Doch auch ihren Angehörigen soll mit dem besonderen Ort Anerkennung ausgesprochen werden – denn auch sie tragen ein gewichtigen Teil.

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Eine Frage von Verantwortung und menschlicher Begleitung

Das Klinikum engagiert sich seit Jahren im Bereich Organspende. Nach Angaben des Krankenhauses gehört das EvKB seit 2017 zu den ersten Kliniken in Nordrhein-Westfalen, die über eine hauptamtliche Transplantationskoordination verfügen. In dieser Zeit wurden dort 80 Organspenden begleitet. Insgesamt konnten 288 Organe transplantiert werden.

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Für Bach sind solche Zahlen jedoch nur ein Teil der Geschichte. Hinter jeder Organspende stünden Menschen, die oft in einer schwierigen Situation eine weitreichende Entscheidung treffen müssten. Gleichzeitig zeigten die Wartelisten, wie groß der Bedarf weiterhin sei. So warteten bundesweit Jahr für Jahr Tausende Patienten auf ein Spenderorgan. Besonders lang sind die Wartezeiten häufig bei Nierentransplantationen.

Bei der Einweihung würdigten auch Vertreter von Bethel und der Stadt Bielefeld das Engagement des Klinikums. Bürgermeisterin Miriam Welz betonte, Organspende sei nicht nur eine Frage moderner Medizin, sondern auch von Verantwortung und menschlicher Begleitung.

Der Bedarf ist deutlich höher als die verfügbaren Organe

Das neue Kunstwerk versteht sich deshalb nicht nur als Gedenkort. Es soll Besucher, Patienten und Mitarbeitende auch dazu anregen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Denn trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Zahl der verfügbaren Organe deutlich geringer als der Bedarf. Mit dem „Dank.Mal“ hat das EvKB nun einen sichtbaren Ort geschaffen, der an die Bedeutung von Organspenden erinnert – und an Menschen, deren Entscheidung anderen ein Weiterleben ermöglicht hat.

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