Eigentlich galt es als besiegelt, dass die Ära des Überschallflugzeugs vorüber ist. Doch offenbar ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesagt. Das zeigt ein aktueller Bericht aus Russland.

Überschallflugzeug: Nochmal, aber leiser

Ein Überschallflugzeug definiert sich dadurch, dass es sich mit ein- oder mehrfacher Schallgeschwindigkeit (also mehr als 1.235 Stundenkilometern) fortbewegt. In den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelten sowohl die Sowjetunion als auch Frankreich und Großbritannien entsprechende Flugzeuge, stellten ihre Nutzung allerdings bald wieder ein. Wie nun die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, arbeitet die United Aircraft Corporation (UAC) an einem neuen Prototypen dieser Art.

Die UAC gehört zum russischen Staatskonzern Rostec und teilte mit, dass ihr renommiertes Schukowsky-Insitut, auch als „Zentrales Aerohydrodynamisches Institut“ bekannt, die erste Testphase für den Prototypen bereits verlassen habe. Der CEO des Unternehmens, Wadim Badekha, erklärte laut TASS, dass er darauf vertraue, dass das Institut den Prototypen „erfolgreich fertigstellen“ werde. Demnach gebe es großes Interesse russischer Luftfahrtunternehmen an einem solchen Flugzeug für First Class-Angebote.

Ein Problem, das der neue Prototyp dabei angehen soll, ist die Lautstärke, die bei einem Überschallflugzeug naturgemäß auftritt. Beschleunigt dieses über die Schallgrenze, kommt es zum „Überschallknall“, der sich gerade in bewohnten Gebieten massiv negativ auf die Lebensqualität auswirken würde.

Topaktuell

So ging es letztes Mal aus

So besteht eine der Aufgaben der UAC darin, dieses Problem mit dem neuen Prototypen auf ein Minimum zu reduzieren. Abgesehen davon sind auch Sicherheitsbedenken von hoher Priorität. Diese führten letztendlich auch dazu, dass die Concorde und Tupolew-144 schließlich als kommerzielle Passagierflugzeuge nicht mehr geflogen wurden. Einerseits kam es zu Unfällen, andererseits waren die Kosten so hoch, dass sich diese schlicht für die Luftfahrtunternehmen nicht lohnten.

Der letzte Flug der Tupolew-144 fand 1999 statt, allerdings hatte die Sowjetunion das Angebot für Passagierflüge bereits 20 Jahre zuvor beendet. Dabei fügen sich die russischen Ambitionen Interesting Engineering zufolge in eine globale Agenda ein. Zahlreiche Länder und Luftfahrtkonzerne arbeiten an Möglichkeiten, um Flugzeiten zu verkürzen. Es ist daher durchaus möglich, dass eine Rückkehr der Überschallflugzeuge bevorsteht.

Quellen: TASS, Interesting Engineering

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