Newsblog zum Krieg in Nahost
Iran beschießt drei Golfstaaten
Aktualisiert am 10.06.2026 – 09:36 UhrLesedauer: 10 Min.
Iranische Raketen: Drei Golfstaaten sollen wohl wieder unter Beschuss stehen. (Quelle: WANA via Pool/reuters)
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
Erneut schrillen in Bahrain die Sirenen. Kurz zuvor hatte Teheran Vergeltung für US-Angriffe angekündigt. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Iran beschießt drei Golfstaaten
Kuwait, Bahrain und Jordanien sind trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe im Krieg in Nahost unter Beschuss geraten. Die jordanische Flugabwehr habe in al-Asrak am Dienstagabend fünf iranische Raketen abgefangen, teilten Jordaniens Streitkräfte der Staatsagentur Petra zufolge am Morgen mit. Dabei seien Trümmerteile herabgefallen, es habe aber keine Opfer oder Schäden gegeben. Man werde keinerlei Verletzung des Luftraums zulassen, hieß es weiter.
Auch die Luftabwehr in Kuwait ist laut dem Militär im Einsatz. Genauere Angaben gab es zunächst nicht. Auch in Bahrain heulten die Sirenen auf. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit.
Teheran: Golfstaaten müssen US-Angriffe auf den Iran verhindern
Das iranische Außenministerium sieht die Golfstaaten nach eigenen Angaben in der „rechtlichen und moralischen Verantwortung“, Angriffe der USA und Israels auf die Islamische Republik zu verhindern. Die Länder in der Region müssten dafür sorgen, dass die US-Armee und Israel „ihr Territorium oder ihre Einrichtungen“ nicht nutzten, um „feindselige Handlungen gegen den Iran zu planen, zu organisieren, auszuführen oder zu unterstützen“, erklärte das Ministerium am Mittwoch.
Der Iran werde nötigenfalls von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen, erklärte das Ministerium weiter. Als mögliche Ziele wurden in der Erklärung insbesondere Stützpunkte und logistische Einrichtungen genannt, die für Angriffe auf den Iran genutzt würden.
Möglicher Angriff: Alarmsirenen ertönen in Bahrain
Im Golfstaat Bahrain haben in der Nacht die Sirenen aufgeheult, die Bewohner zuletzt mehrfach vor iranischen Raketen- oder Drohnenangriffen gewarnt hatten. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mit. Nähere Angaben gab es zunächst nicht.
Die Revolutionsgarden des Iran – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatte kurz zuvor laut iranischen Medien bekanntgegeben, als Reaktion auf die nächtlichen US-Bombardements einen Angriff auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain ausgeführt zu haben. Die iranischen Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Bahrain war wie auch andere Golfstaaten zuletzt mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Dort befinden sich Militärstützpunkte der USA.
Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Angaben des Fernsehsenders i24News unter Umständen zu einem eigenständigen Militärschlag gegen den Iran ohne Unterstützung der USA bereit. Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: „Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation.“
