Halbinsel fast ohne Versorgung

Kiews Drohnen schnüren der Krim die Luft ab

10.06.2026 – 10:55 UhrLesedauer: 7 Min.

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Ein ukrainischer Soldat steuert eine Drohne (Archivbild): Mit Drohnenangriffen setzt die Ukraine die russische Logistik unter Druck. (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko/imago)

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Ukrainische Drohnen setzen die von Russland besetzte Halbinsel Krim militärisch und wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Plant Kiew eine Bodenoffensive?

Eigentlich sollte in diesen Wochen die Tourismussaison auf der von Russland besetzten Krim volle Fahrt aufnehmen. Zwischen drei und vier Millionen Russen nehmen die Halbinsel seit der 2014 erfolgten völkerrechtswidrigen Annexion Jahr für Jahr in den Sommermonaten in Beschlag. Selbst der Ukraine-Krieg änderte daran wenig. Doch in diesem Jahr ist an Urlaub kaum zu denken. Die Buchungszahlen seien deutlich rückläufig und es gebe bereits zahlreiche Stornierungen, berichten russische Medien.

Der Grund dafür sind zunehmend weiter reichende und effektivere Drohnenangriffe der Ukraine, die die Krim langsam, aber stetig von der Versorgung vom russischen Festland abschneiden. Seit Wochen attackieren ukrainische Drohnenpiloten Tankwagen, Treibstoffdepots, Ölraffinerien und Pipelines, die die Halbinsel beliefern. Am Montag schlug zudem eine Drohne in die Lokomotive eines Güterzugs ein, der die Strecke Moskau-Simferopol bediente. Der Zugverkehr zur Krim wurde daraufhin zunächst eingestellt.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow beschreibt das als „Logistik-Lockdown“. Die Idee hinter den Drohnenangriffen: den Druck auf das russische Militär im Hinterland erhöhen und den Russen so die Möglichkeit nehmen, Angriffe auszuführen. Die Krim ist dabei ein Schlüssel, denn die Halbinsel ist besonders für die Versorgung der Kremltruppen im Süden der Ukraine essenziell. Fällt diese Route weg, könnten die Russen an der Südfront schnell in Bedrängnis kommen.

Im Video | Ukraine trifft wichtige Krim-Brücke

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Treibstoff ist auf der Krim bereits knapp – jetzt wird die Versorgung noch schwieriger

Ob dies letztlich erreicht wird oder nicht: Die gut zwei Millionen Einwohner der Krim spüren bereits jetzt die Folgen der ukrainischen Drohnenangriffe. Seit Ende Mai ist der Verkauf von Kraftstoff stark eingeschränkt. An Tankstellen bilden sich lange Schlangen, Betreiber erstellen Wartelisten. Nur wer einen speziellen Coupon hat, darf überhaupt Benzin kaufen – und selbst dann nur maximal 20 Liter. Doch das ist aller Voraussicht nach nur der Anfang der Knappheit.

Denn die Ukraine arbeitet weiterhin daran, die Krim von Russland zu isolieren. Am Montag und Dienstag attackierten Drohnen die Tschonhar-Brücke, die die Halbinsel mit dem ukrainischen Festland verbindet. Über die Brücke kommt von Norden normalerweise ein großer Teil der Versorgung der Halbinsel. Über die Fernstraße M-18 nach Melitopol und dann über die Hauptstraße E58 am Asowschen Meer entlang ließ sich mit Rostow-am-Don verhältnismäßig schnell eine russische Großstadt erreichen.