Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) warnt deutlich, dass die präventive Impfung den Export in wichtige Drittlandsmärkte gefährden würde. Es geht dabei um eine vollständige Wertschöpfung. Auf dem Geflügelsymposium in Osnabrück hat Hans-Peter Goldnick, Präsident des ZDG, direkt zu Beginn seiner Begrüßungsworte den Marktwert von Schlachtnebenprodukten, die in der EU kaum verzehrt werden und primär in den Export gehen, auf rund 500 Mio. Euro jährlich veranschlagt. 

Iris Tapphorn wirft der Politik gegenüber vor allem die Frage auf, warum nachgelagerte privatwirtschaftliche Gewinne mit Schlachtnebenprodukten die Diskussion dominieren. Es gehe doch viel mehr um die nackte Existenz der Gänsehalter und Putenmäster. Ganz abgesehen von dem durch Keulung bei Ausbrüchen erzeugten Tierleid, wo doch Tierschutz als hohes Gut im Grundgesetz verankert sei. Während Millionen an staatlichen Geldern für Entschädigungen bei Keulungen („Stamping Out“) ausgegeben werden, blockiere die Angst vor Handelsrestriktionen den Fortschritt bei der Impfung. Der ZDG bleibt daher bei der Forderung, dass eine Impfung nur kommen darf, wenn sie mit keinerlei Handelsrestriktionen verbunden ist.