(lukra) Der Bund der Steuerzahler hat die Stadt Düsseldorf dazu aufgefordert, nach der Entscheidung zur Oper nun das Grundstück am Wehrhahn abzustoßen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien rückläufig, der Haushalt weise ein Defizit im dreistelligen Millionenbereich auf. „Die Stadt sollte das Grundstück verkaufen und den Erlös einsetzen, um ihre Schulden zu reduzieren“, sagt Rik Steinheuer, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW.
Die Stadt hatte das Grundstück nach der Pleite von Immobilienentwickler René Benko gekauft, um dort ein neues Opernhaus zu bauen, in dem auch die Musikschule und eine Musikbibliothek Platz finden sollten. Ende vergangener Woche teilte Oberbürgermeister Stephan Keller jedoch mit, dass die Pläne gestoppt sind und es in Düsseldorf keinen Neubau eines Opernhauses geben wird. Stattdessen soll nun der alte Standort an der Heinrich-Heine-Allee so saniert werden, dass ein Betrieb weiterhin möglich ist.
„Aus Sicht des BdSt NRW verdient die aktuelle Entscheidung Respekt. Es gehört Mut dazu, von weit fortgeschrittenen Planungen Abstand zu nehmen und bereits gefasste politische Beschlüsse noch einmal kritisch zu hinterfragen“, heißt es vom Bund der Steuerzahler. Man begrüße den Schritt ausdrücklich. „Der Verzicht auf den Opernneubau zeigt, dass die Stadt bereit ist, finanzielle Realitäten anzuerkennen und ihre Prioritäten neu zu ordnen. Für Steuerzahler ist das eine gute Nachricht, denn die fetten Zeiten für Düsseldorf sind vorbei.“
Der Rat der Stadt hatte im Jahr 2021 einen Grundsatzbeschluss für einen Opernneubau gefasst. 2024 fiel die Entscheidung für den Standort am Wehrhahn. Ein europaweiter Architekten- und Ingenieurwettbewerb wurde gestartet, Ende 2025 wurden mehrere Siegerentwürfe ausgewählt. Ganz vorne landete dabei ein Entwurf des norwegischen Architekturbüros Snøhetta. Weitere Beschlüsse zur konkreten Planung sollten ursprünglich im Juli 2026 folgen. Einen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss hatte die Stadt für das Jahr 2028 vorgesehen. Dann aber kam alles anders – und Oberbürgermeister Keller stoppte die Pläne mit Verweis auf die angespannte Finanzlage.