Corsair-Drohnenboot: Zwei US-Soldaten wurden gerettet.Vergrößern des BildesCorsair-Drohnenboot: Zwei US-Soldaten wurden gerettet. (Quelle: Saronic)

Iran beschießt drei Golfstaaten

Die iranischen Revolutionsgarden haben US-Militärstützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dies sei ein Vergeltungsschlag für US-Luftschläge auf iranische Ziele nahe der Straße von Hormus gewesen, teilte die
Eliteeinheit mit. Die gegenseitigen Attacken stellen eine der schwersten Eskalationen seit einer im April vereinbarten Waffenruhe zwischen Washington und Teheran dar.

Iranische Raketen: Drei Golfstaaten sollen wohl wieder unter Beschuss stehen.Vergrößern des BildesIranische Raketen: Drei Golfstaaten sollen wohl wieder unter Beschuss stehen. (Quelle: WANA via Pool/reuters)

Teheran: Golfstaaten müssen US-Angriffe auf den Iran verhindern

Das iranische Außenministerium sieht die Golfstaaten nach eigenen Angaben in der „rechtlichen und moralischen Verantwortung“, Angriffe der USA und Israels auf die Islamische Republik zu verhindern. Die Länder in der Region müssten dafür sorgen, dass die US-Armee und Israel „ihr Territorium oder ihre Einrichtungen“ nicht nutzten, um „feindselige Handlungen gegen den Iran zu planen, zu organisieren, auszuführen oder zu unterstützen“, erklärte das Ministerium am Mittwoch.

Der Iran werde nötigenfalls von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen, erklärte das Ministerium weiter. Als mögliche Ziele wurden in der Erklärung insbesondere Stützpunkte und logistische Einrichtungen genannt, die für Angriffe auf den Iran genutzt würden.

Möglicher Angriff: Alarmsirenen ertönen in Bahrain

Im Golfstaat Bahrain haben in der Nacht die Sirenen aufgeheult, die Bewohner zuletzt mehrfach vor iranischen Raketen- oder Drohnenangriffen gewarnt hatten. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mit. Nähere Angaben gab es zunächst nicht.

Die Revolutionsgarden des Iran – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatte kurz zuvor laut iranischen Medien bekanntgegeben, als Reaktion auf die nächtlichen US-Bombardements einen Angriff auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain ausgeführt zu haben. Die iranischen Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Bahrain war wie auch andere Golfstaaten zuletzt mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Dort befinden sich Militärstützpunkte der USA.

Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Angaben des Fernsehsenders i24News unter Umständen zu einem eigenständigen Militärschlag gegen den Iran ohne Unterstützung der USA bereit. Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: „Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation.“

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