Schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich im Sommer 2022 in Zimmern der Verein „Hilfe für Cherson“ gebildet. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, die vom Krieg betroffenen Menschen im Süden der Ukraine, insbesondere im Gebiet der bei Odessa gelegenen Stadt Cherson, humanitär zu unterstützen.

Familie in Zimmern gründet Verein

Die Gründung des Vereins geht auf die Initiative der in Zimmern wohnenden Familie Lierheimer zurück. Die Vorsitzende des Vereins, Iryna Lierheimer, wurde in der stark umkämpften Stadt geboren, lebt jedoch seit geraumer Zeit in Deutschland. In der jüngsten Hauptversammlung brachte sie zum Ausdruck: „Eigentlich wollten wir ein bis zwei Jahre tätig werden. Inzwischen sind in dem nicht enden wollenden Krieg nun schon mehr als vier Jahre vergangen und ein Ende ist nicht in Sicht.“

Wie sie berichtet, ist die Lage an der Frontstadt Cherson nach wie vor sehr angespannt. Die sogenannte rote Zone wurde bis auf drei Kilometer vom Dnepr-Ufer erweitert. Die historische Stadtmitte ist fast vollständig zerstört. Der tägliche Beschuss mit Artillerie und Raketen geht weiter. Massive Angriffe mit Drohnen dauern ebenfalls an – gezielt gegen die zivile Bevölkerung.

Ständig in Angst vor Drohnen

Die noch verbliebenen Stadtbewohner haben sich ins Landesinnere zurückgezogen, weiter weg vom Flussufer, wo gerade die Frontlinie verläuft. Auf die Straßen gehen die Menschen nur bei Nebel, Dunkelheit oder starkem Regen, damit die Drohnenpiloten sie nicht entdecken können. Die Binnenflüchtlinge, die aus Cherson nach Mykolajiw oder Odessa fliehen, können nur kurze Zeit am selben Platz bleiben, bis dieser wieder zerbombt wird und sie wieder mit ihren wenigen Habseligkeiten weiterziehen müssen. 

Obgleich der Hilfeverein nur eine bescheidene Anzahl von Mitgliedern hat, wurde in den vergangenen Jahren eine ganze Anzahl von Hilfsaktionen umgesetzt. Auch unterstützt durch Spenden kamen auf diese Weise medizinische Hilfsmittel, Notfallausrüstungen, Hygieneartikel, Geld- und Sachspenden wie Kleidung, Haushaltsartikel sowie vieles mehr in das Kriegsgebiet. Besonders erfolgreich war 2025 die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Alle vier Monate Hilfstransporte

Damit die Sachspenden tatsächlich in der Ukraine und dort in Cherson ankommen, müssen für den Transport Organisationen beauftragt werden. Der Verein erhält hierfür wertvolle Unterstützung durch die Partnerorganisationen „Ukrainer im Schwarzwald“ und „Ich will Menschen helfen“.

Organisiert werden alle drei bis vier Monate Transporte mit Sachspenden. Geplant ist, mit einem 40-Tonner im Juli den nächsten Transport auf den Weg zu bringen. Immer schwieriger stellt sich der Geldtransfer in die Ukraine dar. Doch ohne finanzielle Unterstützung geht es nicht, auch aufgrund der wachsenden Transportkosten.

Windeln und Werkzeuge

Die Unterstützung der Menschen in ihrer schwierigen Lebenslage kann nur weitergeführt werden, wenn weiterhin Geld- und Sachspenden erwirkt werden können. Besonders benötigt werden: Windeln, Hygieneartikel, Stromerzeuger, Werkzeuge, Medikamente, Verbandsmaterial, Haushaltswaren (kein Glas oder Porzellan), Decken, Leintücher, Handtücher und Kleidung.

Finanzielle Hilfe

Geldspenden können unter anderem auf das Konto des Vereins „Hilfe für Cherson“ bei der Kreissparkasse Tuttlingen, IBAN DE45 6435 0070 0008 603409, BIC: SOLADES1TUT überwiesen werden. Es gibt Spendenbescheinigungen. Kontaktadresse für Sachspenden: Telefon 01799750180, www.ukraine-hilfe-cherson.de.

„Oft sind es nur kleine Gesten, die den Menschen dort den Mut geben, weiterzukämpfen und das Grauen durchzustehen. Auch Kleinigkeiten aus Deutschland senden ihnen das Signal, dass sie nicht vergessen werden“, sagt die Vereinsvorsitzende Iryna Lierheimer.