Kein formeller Akt, mehr ein Gefühl

Stammgast im Hofbräuhaus werden: So klappt es

Aktualisiert am 10.06.2026 – 21:14 UhrLesedauer: 2 Min.

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Einer der über 125 Stammtische des Hofbräuhauses mitsamt Maßkrügen. (Quelle: Tobias Ranzinger)

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Das Hofbräuhaus ist eine Institution – und wer regelmäßig kommt, kann Teil einer besonderen Gemeinschaft werden. Was Stammgäste dort erwartet.

Im Hofbräuhaus am Platzl, mitten in München, kommt die Stadt zusammen: Junge und Alte, Einheimische und Zugezogene. Das Wirtshaus ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Erst kürzlich landete das Hofbräuhaus in einem Ranking des Reiseveranstalters Tui auf Platz eins der beliebtesten Biergärten Deutschlands. Doch nicht nur der Außenbereich macht die Institution so besonders.

Rund die Hälfte der Besucher, die im Laufe eines Jahres ins Hofbräuhaus kommen, sind Touristen. Die andere Hälfte sind Einheimische. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Eine Gruppe hat sich bewusst dafür entschieden, regelmäßig zurückzukehren – die Stammgäste.

„Man darf sich das nicht als Jury vorstellen“

Es ist eine Gemeinschaft, die nach unausgesprochenen Regeln funktioniert. Um Teil eines Stammtisches zu werden, reicht es laut Pressesprecher Tobias Ranzinger nicht aus, nur dort zu sein. Es ist die stille Zusage, Teil einer Gruppe zu sein, die sich in regelmäßigen Abständen trifft. Wer hier dazugehören will, muss vor allem mit seiner Persönlichkeit überzeugen. „Die Leute merken schnell, wer zu ihnen passt und wer nicht.“

In einem eigenen Tresor können die Stammgäste ihren Maßkrug im Hofbräuhaus aufbewahren.Vergrößern des BildesIn einem eigenen Tresor können die Stammgäste ihren Maßkrug im Hofbräuhaus aufbewahren. (Quelle: Tobias Ranzinger)

Wenn es mit einer Gruppe nicht passt, dann vielleicht mit einer anderen. Doch ein Stammgast müsse nicht verpflichtend auch Teil eines Stammtisches werden, sagt Ranzinger. Man könne auch einfach allein kommen. Ranzinger sagt: „Man darf sich das nicht als Jury vorstellen.“ Ein Stammgast im Hofbräuhaus zu werden, sei „kein formeller Akt“. Vielmehr gehe es darum, zusammenzuwachsen.

Stammgast zu sein ist wie Teil einer Freundschaft zu sein

Aus Erfahrung weiß Ranzinger: „Es ist ein Prozess, wie du die Mentalität vor Ort lebst.“ Soll heißen: Wer dort Gleichgesinnte trifft, kommt vielleicht öfter und entscheidet sich am Ende für die Verbindlichkeit und wird Teil eines Stammtisches. Wer einfach da sein will, um die Atmosphäre im Hofbräuhaus zu genießen, der kann das genauso tun. Der Pressesprecher vergleicht es mit einer Freundschaft: „Komm rein, lerne das Haus kennen, und wenn es dir zusagt, wirst du ein Teil davon.“

Viele Stammgäste trinken das Hofbräu-Bier aus ihrem eigenen Krug.Vergrößern des BildesViele Stammgäste trinken das Hofbräu-Bier aus ihrem eigenen Krug. (Quelle: Tobias Ranzinger)

Wem es ernst ist, der kann die Mitgliedschaft als Stammgast beim Reservierungsbüro beantragen. Dort erhält man dann die Stammgastkarte. Der Vorteil: Wer zehn Maß bestellt, bekommt zwölf. Derzeit hat das Hofbräuhaus insgesamt 3.500 Stammgäste. Sie sitzen an über 125 Stammtischen.