Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Deutsche Firma hilft Ukraine beim Bau neuer Waffen
Aktualisiert am 11.06.2026 – 00:09 UhrLesedauer: 9 Min.
Der Taurus-Marschflugkörper: Hersteller MBDA will der Ukraine beim Bau weitreichender Waffen helfen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Jerry Andre/imago)
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Deutschland und Polen streiten über EU-Gelder für Kiew. Der Rüstungskonzern MBDA hilft einem ukrainischen Partner. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Polen und Deutschland streiten über EU-Gelder für die Ukraine
Deutschland will die gesamten 6,6 Milliarden Euro (7,7 Milliarden Dollar) an kürzlich in der EU wieder freigegebenen Mitteln aus der Europäische Friedensfazilität an die Ukraine geben aber Polen erhebt dagegen Einspruch, wie der polnische Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am 10. Juni in einem Interview sagte.
„Dieses Geld ist unser Geld“, sagte Tomczyk dem polnischen Radiosender RMF 24. Der Streit betrifft 6,6 Milliarden Euro, die im Rahmen der EPF für die Ukraine vorgesehen sind. Dieser Geldtopf wird direkt durch Beiträge der EU-Mitgliedstaaten finanziert.
Die EPF-Mittel können verwendet werden, um Staaten die Kosten für Militärhilfe und Friedenseinsätze zu erstatten und der Ukraine direkt Mittel zur Selbstverteidigung bereitzustellen. Deutschland – das den größten Anteil an der EPF finanziert – setzt sich dafür ein, dass das gesamte 6,6‑Milliarden‑Euro‑Paket an die Ukraine geht.
„Sämtliche Rückflüsse aus der Fazilität, die nicht unmittelbar genutzt werden, sollen dennoch zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt werden“, machte der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann in seinem Appell an die europäischen Partner deutlich. „Die Europäische Friedensfazilität ist als Solidaritätsmechanismus konzipiert“, erklärte das Bundesverteidigungsministerium laut „Kyiv Independent“ in einer Stellungnahme.
MBDA und ukrainische Rüstungsfirma beschließen Partnerschaft
Das Rüstungsunternehmen Ukrainian Armor und der europäische Konzern MBDA haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Deep-Strike- und Anti-Drohnen-Systemen begonnen, wie MBDA in einer am 10. Juni veröffentlichten Mitteilung bekannt gab.
MBDA ist ein europäischer multinationaler Rüstungskonzern, der komplexe Waffensysteme produziert, darunter den deutschen Marschflugkörper Taurus mit großer Reichweite. Ukrainian Armor und MBDA unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Die Unterzeichnung stelle den ersten Schritt einer strategischen Partnerschaft zur Entwicklung von reichweitenstarken Waffen und Anti-Drohnen-Fähigkeiten dar.
Die Absichtserklärung wurde von Vladyslav Belbas, dem CEO von Ukrainian Armor, und Thomas Gottschild, dem Geschäftsführer von MBDA Deutschland, unterzeichnet. Sie legt einen Rahmen für eine „langfristige Zusammenarbeit“ zwischen den Unternehmen fest, die gemeinsame Initiativen und den Austausch von Know-how umfasst.
Drohnenangriffe auf Russland – Historisches Museum getroffen
Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland ist auf der annektierten Halbinsel Krim ein historisches Museum in Sewastopol getroffen worden. Das Dach des Museums, das an den Krimkrieg von 1853 bis 1856 erinnert, geriet in Brand, wie die örtlichen Behörden am Mittwoch mitteilten. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Wegen der zunehmenden Luftangriffe schränkten die Behörden den nächtlichen Zugverkehr auf der Krim ein. Zuvor war in dieser Woche bei einem Drohnenangriff ein Bahnarbeiter getötet und ein Lokführer verletzt worden.
