Den Bolzplatz im Grünzug an der Stendaler Straße mit Blick auf die Hochhaussiedlung Hassels-Nord gibt es immer noch. Das hatten sich die Jugendlichen im Quartier gewünscht, die hier regelmäßig Fußball spielen und jedes Jahr im Spätsommer ein Turnier veranstalten.

Doch so trostlos wie früher sieht der Platz nicht mehr aus: Nicht nur der Bodenbelag und die Drahtnetze in den Fußballtoren sind neu, sondern auch die „Urban-Sport-Arena“, in die er sich mittlerweile einfügt: Auf 1200 Quadratmetern bietet diese einen modernen Freiluft-Fitnessbereich.

Dazu gehören Geräte für Calisthenics – Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht –, eine Tischtennisplatte, eine Sprintstrecke sowie ein gewölbter Tisch für die Trendsportart „Teqball“, die Fußball und Tischtennis kombiniert. Aber auch entspannte Pausen lassen sich in der „Arena“ einlegen, etwa auf einer farbenfrohen Tribüne oder den überdachten Bänken.

Seit dem Jahr 2017 entsteht in Düsseldorf jedes Jahr eine neue multifunktionale Sportanlage pro Stadtbezirk, die Anlage in Hassels ist die neunte und damit vorletzte. Spatenstich dafür war im Februar. Die Kosten für das 230.000 Euro teure Projekt tragen zu gleichen Teilen das Sportamt und die Bezirksvertretung 9.

Planung, Gestaltung und Bauleitung verantwortet das Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Doch das Projekt ist vor allem auch dem Einsatz der bis zu 80 Jugendlichen zu verdanken, die täglich das Jugendzentrum Z4 an der benachbarten Altenbrückstraße besuchen. Seit November 2024 hatten Mitarbeitende der städtischen Servicestelle Partizipation mit ihnen Ideen für die neue Anlage erarbeitet.

Jugendliche gestalteten mit

Entsprechend viele der Jugendlichen und Mitarbeitenden des Z4 waren daher auch bei der offiziellen Eröffnung dabei, grillten Bratwürste für die Besucher und testeten die Fitnessgeräte. Darunter war auch Said Bouchakai (30), der als Honorarkraft im Z4 arbeitet. Er und seine Kollegen kümmern sich um die Jugendlichen im Viertel, holen sie von der Straße, helfen bei den Hausaufgaben, bieten Sportturniere oder Tanzkurse an. Bouchakai ist selbst in Hassels aufgewachsen und weiß, wie viel die Sportanlage den Jugendlichen bedeutet. Ganz oben auf ihrer Wunschliste habe die Calisthenics-Anlage gestanden, sagt er.

Mit dem Ergebnis zeigten sie sich dann auch sehr zufrieden, obwohl nicht all ihre Ideen umsetzbar gewesen seien, wie Lars Uebel vom Gartenamt einräumt – darunter etwa Kunstrasen auf dem Bolzplatz, der zu pflegeintensiv gewesen wäre, oder herkömmliche Tornetze aufgrund der Gefahr durch Vandalismus. Die Jugendlichen brachten aber nicht nur Ideen ein, sondern legten auch selbst Hand an: Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Graffiti-Künstler Jan Herrmann entwarfen sie Motive für die vormals tristen Tribünen und besprühten sie in bunten Farben.

Barrierefreier Treffpunkt für verschiedene Generationen

Ihren Einsatz lobte Oberbürgermeister Stephan Keller, der die Eröffnungsfeier mit Bezirksbürgermeisterin Melina Schwanke, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Verantwortlichen der Stadt besuchte. Melina Schwanke betonte zudem, wie schnell das Projekt umgesetzt wurde. „So sollte es immer gehen.“

Zu den ersten Besuchern der Anlage gehörten der 18-jährige Nikita aus Hilden und sein Freund Mika (18), der in der Umgebung wohnt. „Ich gehe hier lieber hin als ins Fitnessstudio, es ist viel näher für mich und an der frischen Luft, direkt vor der Haustür“, sagte Mika.

Ebenfalls aus der Nachbarschaft: Anna Jäger (42), die mit Tochter Pia (14) Klimmzüge an den neuen Geräten ausprobierte. „Das eignet sich auch für die Erwachsenen“, sagte sie. Und auch der siebenjährige Luis war begeistert von der Anlage, die ihm aber auch vorher schon gut gefallen habe.

„Frei zugängliche Sportflächen sind weit mehr als Orte für Bewegung“, sagte Keller. „Sie sind wichtige Treffpunkte im Quartier und fördern den sozialen Zusammenhalt.“ Entsprechend biete die Anlage Aufenthaltsqualität für alle Generationen, heißt es von der Stadt. Auch die Barrierefreiheit stehe dabei im Fokus, sagte Lars Uebel vom Gartenamt: Als Untergrund der Calisthenics-Anlage habe man deshalb nicht Sand, sondern Holzschnitzel gewählt, die auch mit einem Rollstuhl befahrbar sind.