Zur Stabilisierung der Krankenkassen-Beiträge will die Bundesregierung umfassende Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich auf den Weg bringen – zum Ärger vieler Krankenhäuser. „Fast im gesamten Gesundheits- und Sozialwesen soll mit dem Rasenmäher auf Kosten der Beschäftigten gespart werden. Die Folgen für alle Menschen, die nicht privat versichert sind: Noch längere Wartezeiten, höhere Zuzahlungen, schlechtere Versorgungsqualität“, argumentiert Verdi in einer Ankündigung für eine Kundgebung in Augsburg.

Dort wurde bereits am Dienstag (9. Juni 2026) gegen die geplanten Maßnahmen protestiert. Am Mittwoch (10. Juni) folgten Proteste in Nürnberg, Würzburg, Kempten und Deggendorf. Da im Bundestag am Freitag auch erstmals über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) diskutiert wird, sollen an diesem Tag einige Krankenhäuser symbolisch geschlossen werden. Das Josefinum in Augsburg beteiligt sich an der Aktion.

Kliniken schließen aus Protest symbolisch – auch Augsburg macht mit

Verdi betont: „Gesundheit ist Daseinsvorsorge. Sie darf nicht kaputtgespart werden.“ Das sieht die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) ähnlich und rief daher gemeinsam mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) zahlreiche Krankenhäuser auf, ihre Haupteingänge zur Mittagszeit zwei Stunden zu schließen. Auf Patientinnen und Patienten soll das jedoch keinen Einfluss haben: Die Kliniken bleiben über die Nebeneingänge erreichbar.

„Wir gehen davon aus, dass die Hälfte aller Krankenhäuser in Bayern und Baden-Württemberg mitmacht“, erklärt Sprecherin Amelie Szameit auf Nachfrage unserer Redaktion. Einige hätten sich bereits angemeldet – darunter auch das Josefinum in Augsburg. Die Kliniken in Memmingen, Kaufbeuren und Ingolstadt kündigten ebenfalls bereits an, sich beteiligen zu wollen.

Reform der gesetzlichen Krankenversicherung: Das plant die Bundesregierung

„Es geht darum, auf die Auswirkungen für die Krankenhäuser aufmerksam zu machen“, betont Szameit. Aktuell gilt: Mehrausgaben, die durch Tarifsteigerungen für das Personal entstehen, übernehmen die Krankenkassen. Mit dem neuen Gesetz würde sich das laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ändern. Hinzu kommen Einschnitte beim Pflegebudget. Das sieht der Gesetzesentwurf laut dem Bundestag vor:

  • Begrenzung der Vergütungsanstiege
  • Streichung von Zusatzvergütungen
  • Höherer Apothekenabschlag
  • Abschläge bei der Familienversicherung
  • Einführung von Teilkrankschreibung und Teilkrankengeld
  • Deckelung der Verwaltungsausgaben von Krankenhäusern