Bahnverkehr Norddeutschland

Vollsperrung trifft Pendler – und das ist erst der Anfang

11.06.2026 – 07:49 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein Intercity-Express steht im Hauptbahnhof Hamburg (Symbolbild): Die Bahn baut auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover. (Quelle: BODE/imago)

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Ab dem 14. Juni ist die Verbindung zwischen Hamburg und Hannover komplett gesperrt. Für Reisende gilt ein Ersatzkonzept – doch nicht alle sind damit zufrieden.

Die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ist ab dem 14. Juni vollständig für den Bahnbetrieb gesperrt. Seit dem 1. Mai laufen dort bereits Erneuerungs- und Reparaturarbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Brücken – die sogenannte Qualitätsoffensive der Deutschen Bahn soll bis zum 10. Juli andauern.

Die rund 163 Kilometer lange Verbindung zählt zu den am stärksten belasteten Bahnstrecken in Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Bahn liegt die Auslastung auf dem Korridor bei bis zu 147 Prozent. Die Strecke ist nicht nur für Pendler in Niedersachsen und Hamburg wichtig, sondern auch für den Güterverkehr zwischen dem Hamburger Hafen und Süddeutschland sowie dem europäischen Ausland. Laut DB fährt jeder vierte Güterwagen in Deutschland ab oder nach Hamburg.

Busse ersetzen ausfallende Verbindungen

Die DB-Tochter Infrago erneuert auf der Strecke neben Gleisen und Weichen auch Bahnhöfe, Stellwerke und den Bahndamm bei Eschede. Eine DB-Sprecherin teilte mit, die Arbeiten lägen insgesamt im Plan.

Bis zur Vollsperrung Mitte Juni war vor allem der Abschnitt zwischen Celle und Hannover betroffen. Ab dem 14. Juni gilt ein umfassendes Ersatzkonzept für die gesamte Strecke: Fern- und Güterzüge werden umgeleitet. Im Regionalverkehr ersetzen Busse und einzelne Zugangebote auf Teilstrecken die ausgefallenen Verbindungen.

Zwischen Uelzen und Lüneburg entfallen die Züge bis zum Ende der Qualitätsoffensive. Busse sollen dort stündlich verkehren. In den Hauptverkehrszeiten sind zusätzliche Züge zwischen Lüneburg und Hamburg vorgesehen. Auch die RB32 nach Dannenberg Ost soll wieder fahren. Zwischen Celle und Hannover fahren S-Bahnen; eine zusätzliche Linie wurde eingerichtet.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), die weite Teile des Nahverkehrs in Niedersachsen organisiert und das Ersatzkonzept gemeinsam mit Verkehrsunternehmen geplant hat, zieht zur Halbzeit eine gemischte Bilanz. Der Busersatzverkehr laufe planmäßig, die Busse führen verlässlich, und es gebe kaum Beschwerden von Fahrgästen.

LNVG kritisiert zusätzliche Baustellen

Kritischer bewertet die LNVG zusätzliche Baustellen und kurzfristige Änderungen. Besonders verärgert reagierte die Gesellschaft auf eine weitere Baustelle der DB InfraGo im Bereich Ehlershausen: Dort soll voraussichtlich vom 22. Juni bis zum 5. Juli ein S-Bahn-Gleis gesperrt werden. Betroffen sind nach LNVG-Angaben drei S-Bahnlinien zwischen Hannover und Celle – ausgerechnet ein wichtiger Teil des Ersatzkonzepts während der Großbaustelle.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hält das Ersatzkonzept für unzureichend. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen bemängelt fehlende Schnellbusse entlang der gesperrten Strecke und zu wenige Direktverbindungen nach Hannover. Besonders problematisch seien überfüllte Züge auf den Umleitungsstrecken Hannover-Bremen sowie Buchholz-Hannover.