Vor zehn Jahren kam ich als syrischer Flüchtling nach Deutschland. Ich erinnere mich noch an den Moment meiner Ankunft: der beleuchtete Bahnhof, freiwillige Helfer mit Thermoskannen und das seltsame Gefühl, gleichzeitig gerettet und verloren zu sein. Deutschland war damals für mich weniger ein Land als eine Hoffnung – eine geordnete, pünktliche Hoffnung mit Formularen. Ich sprach kaum Deutsch. Ich beherrschte damals nur zwei deutsche Wörter: „Danke“ und „Entschuldigung“. Beide brauchte ich ständig.