Am Augsburger Eiskanal scheint alles bereit für den Weltcup. Noch schießen die Kajaks nur zum Training durch das kalte Wasser. Aber lange warten müssen die Kanuten nicht mehr. Von Freitag bis Sonntag wird die Olympiastrecke von 1972 wieder einmal zur Bühne der internationalen Kanuslalom-Elite. Mehr als 200 Athletinnen und Athleten aus rund 40 Nationen starten beim Weltcup 2026 in Augsburg.

Kanu-Weltcup 2026: Augsburg ist bereit

Bei den Organisatoren laufen die letzten Vorbereitungen. „Der Druck ist schon auf dem Kessel“, sagt Michael Neumann aus dem Vorstand der Kanu Schwaben Augsburg. Rund 150 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, dazu kommt viel Technik entlang der Strecke. Insgesamt sei man gut vorbereitet, sagt Neumann. Eine gewisse Anspannung bleibe kurz vor dem Start aber immer.

Die äußeren Bedingungen passen. Niedrige Wasserstände am Eiskanal hatten immer wieder Diskussionen ausgelöst. Diesmal sieht Neumann keinerlei Probleme. Regen, Schneeschmelze und ein gut gefüllter Forggensee sorgen für ausreichend Wasser. Auch die Wetterprognosen machen Hoffnung auf ein ideales Weltcup-Wochenende.

Für Neumann ist der Weltcup mehr als ein sportliches Großereignis. Der Eiskanal soll auch zeigen, welche Bedeutung die mehr als 50 Jahre alte Anlage weiterhin hat. Mit Blick auf eine Olympia-Bewerbung Münchens sieht er Augsburg als Visitenkarte. „Bei uns könnten die Olympischen Spiele morgen schon sein“, so Neumann.

Ricarda Funk kennt den Augsburger Eiskanal gut. Die Olympiasiegerin zählt auch beim Weltcup in Augsburg zu den deutschen Favoritinnen.

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Ricarda Funk kennt den Augsburger Eiskanal gut. Die Olympiasiegerin zählt auch beim Weltcup in Augsburg zu den deutschen Favoritinnen.
Foto: Paul Pfaffel

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Ricarda Funk kennt den Augsburger Eiskanal gut. Die Olympiasiegerin zählt auch beim Weltcup in Augsburg zu den deutschen Favoritinnen.
Foto: Paul Pfaffel

Sportlich wartet ein dichtes Programm. An diesem Freitag stehen die Kajak-Wettbewerbe (K1) auf dem Plan, am Samstag folgen die Entscheidungen im Canadier (C1). Am Sonntag endet das Wochenende mit Kajak Cross, der wohl zugänglichsten Disziplin für Zuschauer. Vier Boote starten gleichzeitig, die ersten zwei kommen weiter. „Das versteht jeder.“

Die deutschen Stars: Noah Hegge, Ricarda Funk und Sideris Tasiadis

Aus deutscher Sicht richten sich die Blicke vor allem auf Noah Hegge, Ricarda Funk und Sideris Tasiadis. Bundestrainer Thomas Apel sieht das Team vor dem Heimweltcup gut aufgestellt. Die Athletinnen und Athleten seines Teams seien mit der Strecke und den Abläufen vertraut. Hegge, Funk und Emily Apel hätten zuletzt beim Weltcup in Prag „Selbstvertrauen gesammelt“ und wollten nun in Augsburg daran anknüpfen.

Noah Hegge gehört beim Heimweltcup in Augsburg zu den deutschen Hoffnungsträgern. Der Kanute von Kanu Schwaben Augsburg will auf dem Eiskanal um vordere Platzierungen kämpfen.

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Noah Hegge gehört beim Heimweltcup in Augsburg zu den deutschen Hoffnungsträgern. Der Kanute von Kanu Schwaben Augsburg will auf dem Eiskanal um vordere Platzierungen kämpfen.
Foto: Paul Pfaffel

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Noah Hegge gehört beim Heimweltcup in Augsburg zu den deutschen Hoffnungsträgern. Der Kanute von Kanu Schwaben Augsburg will auf dem Eiskanal um vordere Platzierungen kämpfen.
Foto: Paul Pfaffel

Besonders emotional könnte es am Samstag werden, falls Sideris Tasiadis im Canadier-Finale dabei sein wird. Der Routinier gehört seit Jahren zu den prägenden Figuren und Fanlieblingen am Eiskanal. Apel traut ihm auch diesmal „einiges zu“. Gerade im Canadier spiele Erfahrung eine große Rolle. Wenn Tasiadis in Augsburg ins Finale komme, sei auch eine Medaille möglich. „Ich würde ihn gerade hier in Augsburg nicht abschreiben“, so der Bundestrainer.

International sieht Apel vor allem Frankreich stark. Die französischen Kanuten hätten in den vergangenen Jahren einen „deutlichen Aufschwung“ erlebt. Auch Slowenien könne auf einer Strecke wie Augsburg gefährlich werden. Bei den Frauen gehört natürlich erneut die Olympiasiegerin Jessica Fox aus Australien zu den großen Namen.

Weltcup: Internationale Kanu-Elite kommt nach Augsburg

Ricarda Funk zählt ebenfalls zum Kreis der deutschen Hoffnungen. Für die ehemalige Weltmeisterin und Olympiasiegerin ist Augsburg ein ganz besonderer Ort: Sie trainiert seit Jahren auf dem Eiskanal und freut sich auf Rennen „vor Familie und Freunden“. Nach starken Ergebnissen in Prag will sie sehen, was mit dem Heimvorteil möglich ist. Neben Jessica Fox nennt Funk unter anderem Camille Prigent und Zuzana Panková als harte Konkurrentinnen, die man „auf der Rechnung haben muss“. Wer an den Eiskanal kommt, bekommt drei Tage lang Weltklasse vor der Haustür. Oder, wie Neumann sagt: „Das sind Olympiasieger zum Anfassen.“