Der in die Jahre gekommene Radweg auf einem Abschnitt der Grafenberger Allee soll erneuert werden. Für mehr als eine halbe Million Euro ist geplant, rote Pflastersteine zu verlegen und Schäden zu beheben. Außerdem soll der Radweg besser vom Gehweg und den dortigen Parkplätzen abgetrennt werden. Vorgesehen ist auch eine neue Rampe für Linksabbieger.

Das Vorhaben betrifft die Südseite der Grafenberger Allee. Zwischen der Kreuzung mit der Cranachstraße bis zur Lichtstraße weist der Radweg heute erhebliche Mängel auf. Entstanden sind diese zum Beispiel durch große Wurzeln oder durch kleinere Ausbesserungen.

Die Schäden waren aber nicht der alleinige Anlass für den jetzt vorgestellten Entwurf. Ursprünglich war dieser ein Teil des geplanten barrierefreien Ausbaus der Stadtbahnhaltestelle „Engerstraße“, erklärten Yannan Zhang und Benedikt Döpp aus der Stadtverwaltung. Sie stellten in dieser Woche den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) 2 das Konzept für den neuen Radweg vor.

Mittlerweile sei zwar entschieden worden, die Haltestelle in den Bereich zwischen Sohnstraße und Ivo-Beucker-Straße zu verlegen. Das soll allerdings erst nach 2030 geschehen. So lange will man mit dem Radweg-Umbau nicht warten: „Aufgrund des schlechten Zustands des südlichen Seitenraums besteht ein dringender Handlungsbedarf, sodass die bereits begonnene Radverkehrsplanung fortgesetzt und vor der Verlegung der Haltestelle realisiert werden soll“, heißt es von der Verwaltung.

Eine Umsetzung wird deshalb für Ende 2027 angestrebt. Die Verwaltung schätzt die Kosten aktuell auf rund 550.000 Euro. Perspektivisch sei außerdem vorgesehen, im betreffenden Abschnitt auf der Nordseite in Fahrtrichtung Hans-Sachs-Straße ebenfalls die Radverkehrsanlagen auszubauen.

Erst einmal ist an der südlichen Seite der Grafenberger Allee aber geplant, zwischen den Parkplätzen und dem Radweg einen neuen Sicherheitstrennstreifen anzulegen. Taktile Elemente verlaufen künftig abgrenzend zum dortigen Gehweg. Weil der bisherige Sicherheitstrennstreifen im Bereich der Baumflächen entfällt, haben die Wurzeln demnächst mehr Platz. Am Knotenpunkt mit der Lindenstraße soll der Radverkehr außerdem in Fahrtrichtung Lichtstraße geradeaus ohne Mittelinsel geführt werden. Im Bereich der Lindenstraße 261 wird eine Rampe gebaut. Diese soll das Linksabbiegen für den Radverkehr aus der Lindenstraße in die Grafenberger Allee auf der Fahrbahn ermöglichen.

Der Bau der Rampe stieß allerdings in der Sitzung der BV 2 auf Kritik. Denn dafür sollen drei Parkplätze wegfallen. „Der Parkdruck in der Gegend ist immens“, sagte Monika Müller-Klar (Linke) zu den Plänen. „Ich sehe nicht ein, warum in so einem Gebiet drei Parkplätze sterben müssen.“ Und auch Achim Graf (CDU) fragte: „Reicht nicht ein Parkplatz, um auf die Fahrbahn zu gelangen?“ Yannan Zhang und Benedikt Döpp erklärten, dass unter anderem Sichtbeziehungen eingehalten werden müssten. Sie versprachen aber, die Anmerkung aufzunehmen.

Alexander Fils (CDU) wollte außerdem wissen, ob es einen Austausch mit der Netzgesellschaft gebe, um Baustellen zu koordinieren. Kostenpflichtiger Inhalt In Flingern wird auch das Fernwärmenetz ausgebaut. Daraufhin erklärten die Vertreter der Verwaltung, man stehe Kontakt.

Die Grafenberger Allee ist eine Hauptverkehrsachse in Düsseldorf. Bis zu 800 Fahrzeuge pro Stunde sind dort laut einer Erhebung aus dem Corona-Jahr 2020 unterwegs. Diese hohe Auslastung ist auch ein Grund, warum der Radweg im Seitenraum verbleiben soll.