Wenn er rief, kamen sie alle: Björn Borg, Jimmy Connors, Ivan Lendl, Mats Wilander, Stefan Edberg oder Deutschlands Idol Boris Becker. Für die Stars der Tennisszene war ein Auftritt im Düsseldorfer Rochusclub früher ein Muss. Das lag vor allem an einem Mann: Horst Klosterkemper. Er holte Jahr für Jahr die Stars in die Stadt, kurz vor dem Beginn der French Open in Paris. Nun ist der Sportfunktionär, Erfinder des World Team Cups und langjährige Geschäftsführer der Messe Düsseldorf gestorben.

Klosterkemper wurde am 27. November 1938 in Niederschlesien geboren. Nach seinem Abitur in Düsseldorf ging es für das Studium nach Aachen: Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Hochschule. Von 1966 bis 1989 war Klosterkemper 23 Jahre lang leitender Mitarbeiter bei Henkel, ehe er zur Messe Düsseldorf wechselte. Dort war er von 1989 bis 2003 Geschäftsführer, entwickelte namhafte Messen wie die „Drupa“ weiter.

Tennis aber hatte immer einen besonderen Platz in seinem Herzen. Anhänger des Sports denken sehnsüchtig an die goldenen Jahre in Düsseldorf zurück: Die Stadt war seinerzeit eine Adresse für hochklassigen Tennissport, schon wenige Tage nach einem Finale war die Anlage für das folgende Jahr wieder ausverkauft. Und hinter all dem stand Horst Klosterkemper mit seinem Namen – und seinem Gespür. Und das nebenbei.

Nach seinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand agierte Horst Klosterkemper von 2004 bis 2007 als Europa-Präsident der Association of Tennis Professionals (ATP). Manche nannten ihn den „Star-Flüsterer“, bekannter war er in Düsseldorf aber vor allem unter dem liebevoll gemeinten Namen „der lange Blonde“. Denn der stets höflich auftretende Klosterkemper kam auf eine beachtliche Körpergröße von 1,91 Meter.

Auch wenn er sich in Düsseldorf mit seinem Engagement ein Denkmal gesetzt hat: Ins Rampenlicht gedrängt hat sich Horst Klosterkemper nie. Im Jahr 2002 erhielt er aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz. Noch im vergangenen Jahr wurde er als einer der Ersten in die von D.Sports ins Leben gerufene Sports Hall of Fame Düsseldorf aufgenommen. Und er ließ es sich nicht nehmen, zur Auszeichnung in der Rheinterrasse Düsseldorf persönlich zu erscheinen.

Die Geschichten von früher konnte er da immer noch erzählen. So wie die aus dem Jahr 1975, als er beim Masters-Finale in Stockholm als Oberschiedsrichter im Match zwischen dem US-Amerikaner Arthur Ashe und dem Rumänen Ilie Nastase fungierte. Weil Ashe entnervt den Platz verließ und nicht auf die bevorstehende Disqualifikation seines Gegners warten wollte, musste Klosterkemper auch Ashe disqualifizieren. Ein Kuriosum, das den Deutschen mit seiner Entscheidung sogar in die New York Times brachte.

1985 dann hinderte Klosterkemper in Düsseldorf die aufgebrachte US-Ikone John McEnroe daran, vorzeitig in die Kabine zu gehen. 1987 war er dann einmal nicht rechtzeitig zur Stelle: McEnroe packte im Endspiel des World Team Cups gegen den Tschechoslowaken Miloslav Mecir erneut seine Sachen – und dieses Mal ging „Big Mac“ wirklich.

Dem Publikum wurde seinerzeit also wirklich etwas geboten. Der US-Amerikaner Brian Gottfried soll einmal über die Tenniswoche am Rolander Weg gesagt haben: „Was soll ich mehr über einen Club, ein Turnier sagen, als dass es dich besser behandelt als deine eigene Mutter.“

Als das Turnier 2010 von der Tennis-Landkarte verschwand, hatte sich Horst Klosterkemper bereits endgültig zur Ruhe gesetzt. Nun ist er im Alter von 87 Jahren gestorben.