Wer am U-Bahnhof „Heinrich-Heine-Allee“ auf die Bahn wartet, wird bald von einer Kamera beobachtet, die mehr kann als aufzeichnen: Mit einem KI-gestützten Kamerasystem will die Rheinbahn während der Rheinkirmes die Sicherheit im Bereich ihrer Bahnen erhöhen. Das Pilotprojekt startet Anfang Juli, teilte der Verkehrsbetrieb nun mit.
Die Technologie soll Abweichungen vom üblichen Geschehen auf Bahnsteigen und in Bahnhofsanlagen – etwa eine Person im Gleisbereich oder Auseinandersetzungen – erkennen und mögliche Gefahrensituationen melden. Mitarbeitende in der Leitstelle werden dann automatisch benachrichtigt und können schneller reagieren. „Der Einsatz moderner Technologien wie der KI-gestützten Anomalieerkennung ist für uns ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit unserer Fahrgäste weiter zu stärken“, sagt Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb bei der Rheinbahn.
Die Rheinbahn betreibt derzeit rund 500 stationäre Videokameras im gesamten Bediengebiet sowie weitere Kameras in rund 800 Fahrzeugen. Eine lückenlose Beobachtung aller Bilder durch Mitarbeitende sei nicht möglich, heißt es. Genau hier soll die KI unterstützen. Im Rahmen eines sechsmonatigen Pilotprojekts stattet die Rheinbahn ab Anfang Juli zunächst rund zehn Kameras am U-Bahnhof „Heinrich-Heine-Allee“ mit der Technologie aus. Das System wird darauf trainiert, sicherheitsrelevante Ereignisse zu erkennen und zu melden.
Keine dauerhafte Speicherung durch das KI-System
„Die KI analysiert die Videobilder ausschließlich in Echtzeit und speichert selbst keine Daten dauerhaft“, heißt es. Die Aufzeichnung erfolge – wie bereits heute – über das bestehende Speicherverfahren: Die Daten werden für maximal 72 Stunden vorgehalten und anschließend automatisch überschrieben. Eine langfristige Speicherung oder Auswertung personenbezogener Daten findet laut Rheinbahn nicht statt.
Damit das System zuverlässig zwischen kritischen und alltäglichen Situationen unterscheiden kann, trainiert die Rheinbahn die KI während der Betriebsruhe mit nachgestellten Szenarien. Mitarbeitende simulieren dabei verschiedene Ereignisse. So soll das System etwa lernen, zwischen einer tatsächlichen Auseinandersetzung und einem freundschaftlichen Handschlag oder anderen unkritischen Bewegungsabläufen zu unterscheiden.