Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität in Düsseldorf kann der Alltag – ein Arzttermin, der Einkauf, der Besuch von Freunden – teils mit erheblichem Aufwand verbunden sein. Seit dieser Woche steht ihnen mit „Uber Assist“ ein neuer Fahrdienst zur Verfügung.

Das Angebot des US-amerikanischen Fahrvermittlers ist bereits in Berlin und München verfügbar und wird nun auf die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt ausgeweitet. Buchbar ist der Dienst über die Uber-App – ohne Aufpreis gegenüber dem regulären Angebot UberX. Fahrgäste können Hilfsmittel wie faltbare Rollstühle, Rollatoren oder Krücken mitführen. Da die Fahrten in regulären Uber-Fahrzeugen stattfinden, beinhaltet die Option derzeit keine Fahrten mit rollstuhlgerechten Rampen oder Liften.

Die Uber-App soll zudem für Assistenzprogramme wie iOS VoiceOver und Android TalkBack optimiert sein. Außerdem können Fahrgäste ihren Standort und den Fahrstatus in Echtzeit mit Angehörigen teilen.

Fahrer absolvieren spezielle Schulung

Die Fahrer, die „Uber Assist“-Fahrten vermittelt bekommen, sollen vorab eine spezielle Schulung absolvieren. Diese umfasst laut dem Unternehmen neben der physischen Unterstützung beim Ein- und Aussteigen auch den sensiblen Umgang mit Menschen, die etwa eine Seh- oder Hörbehinderung haben. Nähere Angaben dazu, wie genau diese Schulungen aussehen, machte Uber bislang allerdings nicht.

„Düsseldorf ist eine Stadt der kurzen Wege, doch für viele Ältere und Menschen mit Behinderung sind diese Wege oft mühsam“, sagt Christoph Weigler, Deutschlandchef von Uber. „Mit Uber Assist wollen wir die Mobilitätswende in Düsseldorf inklusiver gestalten.“

Partnerschaft mit Seniorenverband

Begleitend zur Markteinführung kooperiert Uber seit diesem Jahr mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Der Dachverband testet die App gemeinsam mit Senioren auf Alltagstauglichkeit und soll bei der Weiterentwicklung des Angebots mitwirken.

„Smartphone-basierte Fahrdienste wie Uber Assist können ein wichtiger Baustein für mehr Mobilität im Alter sein“, sagt Barbara Keck, Geschäftsführerin der BAGSO Service Gesellschaft. „Sie ergänzen bestehende Angebote, ersetzen diese aber nicht.“ Zudem betont sie gegenüber unserer Redaktion, dass niedrigschwellige Zugänge entscheidend seien – zum Beispiel die Möglichkeit, den Buchungsprozess durch Angehörige vornehmen zu lassen. Daneben müsse es aber weiterhin auch telefonisch buchbare Angebote geben, wie Taxis oder Fahrdienste sie bereits anbieten.

Bestehende Angebote in Düsseldorf

Mit „Uber Assist“ betritt das Unternehmen in Düsseldorf einen Markt, in dem es bereits etablierte Angebote gibt. Die Stadt Düsseldorf etwa betreibt einen eigenen städtischen Fahrdienst für Menschen mit Behinderung, der sich an außergewöhnlich gehbehinderte Personen richtet. Die Fahrten werden über das Amt für Soziales und Wohnen abgerechnet. Laut Angaben der Stadt sind dann mit Taxis sowie Spezialfahrzeugen „pro Quartal 24 Fahrten kostenlos mit Begleitperson möglich.“

Auch die Rheinbahn bietet umfangreiche Services für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste an und arbeitet schrittweise am barrierefreien Ausbau ihrer Haltestellen. Darüber hinaus sind in Düsseldorf spezialisierte private Fahrdienste aktiv: Anbieter wie Tom Fahrdienste oder Vitala Krankenfahrten verfügen über rollstuhlgerechte Fahrzeuge mit Rampen oder Hebebühnen und befördern auch Nutzer mit elektrischen Rollstühlen.

Im Unterschied zu diesen Angeboten setzt „Uber Assist“ auf eine niedrigschwellige App-Buchung und verzichtet auf einen Aufpreis – bietet jedoch keine rollstuhlgerechten Fahrzeuge und ist damit nur für einen Teil der Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Auf Anfrage der Redaktion teilt Uber mit, dass in einzelnen Städten in Kooperation mit Partnern auch speziell umgerüstete Fahrzeuge für Rollstuhlfahrer buchbar seien – aber „in Düsseldorf ist diese Option momentan noch nicht verfügbar“, so eine Sprecherin des Unternehmens.