
Die Kontroverse um die Rolle der Social-Media-Plattform X verschärfte sich nach gewalttätigen Anti-Einwanderungs-Protesten in Belfast, Nordirland. Foto: Getty.
Die Kontroverse rührt von einem Messerangriff her, der sich am 8. Juni in Belfast ereignete. Laut britischen Medienberichten griff ein 30-jähriger sudanesischer Staatsbürger einen Mann in den Vierzigern in einem Wohngebiet im Norden Belfasts mit einem Messer an und verletzte ihn schwer.
Etwa eine Stunde nach dem Anschlag wurden Bilder vom Tatort auf dem X-Account von Tommy Robinson, einem rechtsextremen Aktivisten in Großbritannien mit über zwei Millionen Followern, veröffentlicht. Dies löste eine Welle von Protesten gegen Einwanderung in den sozialen Medien aus. In Belfast brachen rasch Proteste aus, von denen einige gewalttätig wurden. Laut lokalen Medienberichten setzten maskierte Demonstranten Fahrzeuge und Häuser in Brand und blockierten zahlreiche Straßen. Am 11. Juni setzte die Polizei in Belfast Wasserwerfer ein, um die rechtsextremen Demonstranten in der zweiten Nacht in Folge, in der es zu Ausschreitungen kam, auseinanderzutreiben.
Viele argumentieren, dass soziale Medien, insbesondere X, zu den eskalierenden Spannungen beigetragen haben. Britische Beamte glauben, dass Debatten über Einwanderung in den sozialen Medien verstärkt werden und dadurch Gewalt auf den Straßen anheizen. Die Labour-Vorsitzende Anna Turley argumentiert, dass soziale Medien zu Unruhen beitragen und wirft bestimmten einflussreichen Persönlichkeiten vor, die sozialen Spannungen zu verschärfen.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte am 11. Juni: „ Die Szenen in Belfast sind entsetzlich und völlig inakzeptabel. Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt oder für diejenigen, die online zu Gewalt aufrufen. “
Das könnte Sie interessieren
Laut der britischen Zeitung The Guardian wies der Milliardär Elon Musk, Eigentümer der Social-Media-Plattform X, am 11. Juni (Ortszeit) die Anschuldigungen zurück und teilte auf X einen Beitrag mit, in dem er erklärte, dass „die Ursache für die zunehmenden sozialen Spannungen nicht die sozialen Medien, sondern die groß angelegte Einwanderungspolitik ist“.

Elon Musk wies die Vorwürfe zurück, soziale Medien würden die sozialen Spannungen in Belfast anheizen, und behauptete, die groß angelegte Einwanderungspolitik sei die eigentliche Ursache. Foto: Reuters.
Die britische Regierung steht derzeit vor Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von X.
Laut The Guardian drängt die Regierung auf Änderungen des Online-Sicherheitsgesetzes, um die Verpflichtungen von Social-Media-Plattformen zur schnellen Entfernung hetzerischer Inhalte während Unruhen oder nationaler Krisen zu stärken. Die neuen Regelungen werden jedoch voraussichtlich frühestens Mitte Juli in Kraft treten.
Die britische Regierung wird voraussichtlich nächste Woche ihre überarbeiteten Richtlinien zum Online-Sicherheitsgesetz bekannt geben. Die britische Ministerin für Wissenschaft und Technologie, Liz Kendall, erklärte, dass Unternehmen, die digitale Plattformen betreiben, künftig verantwortungsvoller handeln und schneller auf die Verbreitung illegaler Inhalte in Krisenzeiten reagieren müssten.
Das könnte Sie interessieren
Der Vorfall ereignete sich inmitten zunehmender Debatten über Einwanderung und öffentliche Sicherheit in Großbritannien. Im vergangenen Jahr kam es in Nordirland zu großflächigen einwanderungsfeindlichen Ausschreitungen, bei denen über 100 Polizisten verletzt wurden.
Thuy Ha
Quelle: https://baothanhhoa.vn/nen-tang-x-bi-cao-buoc-lan-truyen-noi-dung-kich-dong-bao-loan-tai-belfast-290782.htm