Borussia Mönchengladbach kommt dem Ziel näher, den Profikader nach fünf Zugängen für die kommende Saison nun zu verkleinern: Am Donnerstag verließen gleich zwei junge Stürmer den Klub. Zunächst wurde Shio Fukudas Wechsel zum Karlsruher SC offiziell verkündet, eine Stunde später dann die Leihe von Jan Urbich an Eintracht Braunschweig.
Bei Fukuda war es nur noch eine Frage der Verkündung gewesen, sein Wechsel zum KSC stand fest: Der Japaner schließt sich dem Zweitligisten an und verlässt Borussia für eine Ablösesumme von etwa 700.000 Euro, wie Sky berichtet hatte, inklusive Weiterverkaufsbeteiligung. Zudem sicherte sich Gladbach nach Informationen unserer Redaktion ein Vorkaufsrecht (Matching-Right), sollte ein anderer Klub in Zukunft ein Angebot für Fukuda abgeben.
„Shio ist damals noch als Jugendlicher aus Japan zu Borussia gewechselt. Er hat sich Schritt für Schritt entwickelt und dabei sowohl in der A-Junioren-Bundesliga, der Regionalliga und zuletzt bei seiner Leihstation in der 2. Bundesliga seine Torgefährlichkeit nachgewiesen. Wir schauen mit Freude auf diesen gemeinsamen Weg zurück und werden seine weitere Entwicklung genau beobachten“, wird Rouven Schröder, Borussias Sportchef, zitiert.
Fukuda konnte sich bei Gladbachs Profis nicht durchsetzen
Der 22-jährige Fukuda war Anfang 2023 von der Kamimura Gakuen High School nach Gladbach gewechselt und sammelte seine ersten Auslandserfahrungen in der U19 und U23 des Klubs. Im Januar 2024 debütierte der sprunggewaltige Stürmer in der Bundesliga, insgesamt kommt Fukuda auf elf Spiele und ein Tor.
Bei Borussias Profis durchsetzen konnte sich der Japaner allerdings nicht, weswegen er für die Saison 2025/26 an den Karlsruher SC ausgeliehen war. Die Leihe verlief zunächst schleppend, doch im Verlauf der Rückrunde fand sich Fukuda immer besser zurecht.
„Ich konnte mich in der vergangenen Saison beim KSC richtig gut entwickeln. Während der Saison habe ich mich immer mehr an den Fußball in der 2. Bundesliga gewöhnt und bin die nächsten Schritte gegangen. Vor allem die letzten acht Spiele mit fünf Toren liefen für mich persönlich richtig gut. Genau da möchte in der nächsten Saison anknüpfen und freue mich sehr, dass meine Zeit beim KSC weitergeht“, wird Fukuda in der Mitteilung des Klubs zitiert.
20 Zweitligaspiele und sechs Tore stehen in der Saisonbilanz des Stürmers, bei dem für den KSC eine Kaufoption in Höhe von 1,5 Millionen Euro festgeschrieben war. Letztlich wurde der Transfer losgelöst von der fixierten Kaufoption umgesetzt.
„Shio hat sich in der Rückrunde überzeugend entwickelt und dadurch berechtigtes Interesse anderer Vereine geweckt. Die Neuverhandlung der Transferkonditionen war anspruchsvoll. Dass Timon Pauls und sein Team hier eine für den KSC vorteilhafte Lösung erarbeitet haben, freut mich sehr. Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, einen vielversprechenden Spieler langfristig an den Verein zu binden“, erklärt Geschäftsführer Sport Mario Eggimann zufrieden.
Urbich unterschreibt ersten Profivertrag in Gladbach
3,5 Millionen Euro bezahlte Borussia jüngst für David Herold an den KSC, etwa ein Fünftel der Summe fließt nun zurück an den Niederrhein für Fukuda. Der ist vergangene Saison einen Weg gegangen, den nun auch Urbich beschreiten wird. Der Toptorjäger der Gladbacher U23 war im Sommer 2025 von Kickers Offenbach gekommen und hatte gleich überzeugt.
Seine Torquote (am Ende waren es 14 Regionalligatore in nur 20 Spielen und 1562 Einsatzminuten) führte ihn schnell zu den Profis, für die er drei Jokereinsätze in der Bundesliga bestritt nach Eugen Polanskis Beförderung zum Cheftrainer – ehe Urbich das Pfeiffersche Drüsenfieber ausbremste. Doch wäre der bald 22-Jährige wohl kein vollständiges Mitglied des Profikaders der kommenden Saison gewesen. Das war er schon in den vergangenen Monaten nicht mehr. Der lange verletzte Tim Kleindienst ist als zentraler Stürmer wieder da, Isac Lidberg kommt vom SV Darmstadt 98.
Somit haben die Borussen für Urbich nun eine Lösung gefunden, die an Fukuda erinnert. Urbich hat zunächst bei Borussia einen Profivertrag unterschrieben, was einhergeht mit einer Vertragsverlängerung bis 2029. Die Leihe nach Braunschweig beinhaltet nach Informationen unserer Redaktion eine Kaufoption für den Zweitligisten sowie ein Gladbacher Vorkaufsrecht im Falle eines festen Wechsels zur Eintracht.
„Seinen Vertrag nun zu verlängern und ihn in die Zweite Liga zu verleihen ist angesichts der großen Konkurrenzsituation in unserem Kader der logische nächste Schritt für ihn“, sagt Schröder. „Ob er dann im nächsten Sommer zu uns zurückkehrt, wird er mit seinen Leistungen bei Eintracht Braunschweig selbst maßgeblich beeinflussen können.“