Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Ukraine schlägt Alarm: Festungsstadt fast umzingelt
Aktualisiert am 11.06.2026 – 22:55 UhrLesedauer: 14 Min.
Bombardements haben die Innenstadt von Kostjantyniwka weitestgehend zerstört. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Diego Herrera Carcedo)
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Die Ukraine greift die Krim über Nacht mit Drohnen an. Im Osten des Landes sind die eigenen Truppen in Kostjantyniwka in Bedrängnis. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Ukraine warnt Landsleute in besetzten Gebieten
Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen.
„Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben“, sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können.
Europäische Diplomaten treffen russischen Vize-Außenminister
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei einem Treffen im russischen Außenministerium nach eigenen Angaben den jüngsten Aufruf ihrer Länder und Kiews zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs dargelegt. Dabei sei es auch um die Unterstützung der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas gegangen, hieß es in einer Mitteilung nach dem Treffen. Die Botschafter trafen demnach den stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin.
Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und Selenskyj hatten sich am Sonntag in London getroffen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin riefen sie Kremlchef Wladimir Putin zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Kriegs gegen die Ukraine auf.
Das russische Außenministerium teilte nach dem Gespräch mit, dass den Diplomaten eine „objektive Einschätzung der destruktiven Politik ihrer Führungen“ zum Ukraine-Krieg dargelegt worden sei. Diese Politik ziele darauf, Kiew zur Fortsetzung des Kriegs anzutreiben auf Kosten und mithilfe der Koalition der Willigen, hieß es in der Mitteilung.
Ukraine sieht Lage in Kostjantyniwka kritisch
Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka bei Kramatorsk im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. „Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist“, sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. „Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert“.
