Manchmal ist es einfach der vertraute Blick aus dem Fenster, den sie in ihren Aquarellen einfing. Margarete Müller malte ihre Umgebung: das Paradies, Unterseelandschaften, Blumen- und Gemüsestillleben. Mit großer Präzision und Liebe fürs Sujet. Die Hobbymalerin wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Die Eingangstüre zur Paradieskapelle St. Martin schafft sogar noch ein wenig mehr, sie stammt aus deren Baujahr 1922, und ist somit an einigen Stellen marode geworden.

Kapellenverein St. Martin kümmert sich um das Bauwerk

1921 erwarb eine Bürgervereinigung aus dem Paradies die zu klein gewordene Vorgängerkapelle St. Lienhard von der Stadt, riss sie ab und erbaute das heutige Gotteshaus im barocken Stil. Sie gründeten den Kapellenverein St. Martin, der bis heute für den Unterhalt verantwortlich ist. „Die Kapelle war früher der Mittelpunkt vom Paradies“, sagt Julius Lang aus dem Vereinsvorstand bei einem Treffen. Noch heute zieht es die Paradieslerinnen und Paradiesler regelmäßig dorthin. Es können Hochzeiten oder Taufen gefeiert werden.

300 Mitglieder hat der Verein bei einem bescheidenen Jahresbeitrag von acht Euro. Um die Kosten für die Sanierung oder Erneuerung der in die Jahre gekommenen Tür zu stemmen, ist der Verein daher auf Gelder angewiesen. So kam die Idee auf, Bilder aus dem Nachlass der 2021 verstorbenen Künstlerin Margarete Müller zu versteigern. Über 2000 Euro sind so bereits zusammen gekommen. „Wie viel die Türe am Ende kosten wird, wissen wir noch nicht, wir diskutieren im Verein noch intensiv, ob sie renoviert oder komplett ersetzt werden soll“, sagt Julius Lang. Einige Tausend Euro werden es aber werden.

Aquarelle der Künstlerin Margarete Müller werden verkauft

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Margarete Müller im betreuten Wohnen im Margarete-Blarer-Haus. Am 13. und 14. Juni organisiert der Kapellenverein dort im Begegnungsraum eine Benefizaktion, bei der Aquarelle aus dem Nachlass von Margarete Müller erstanden werden können, jeweils zwischen 10 und 17 Uhr, zu erschwinglichen Preisen.