Auf dem Bauakademie-Grundstück am Schinkelplatz ist eine neue Freiluftausstellung eröffnet worden. „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“ zeigt, wie Städte mit Hitze und Starkregen umgehen können.

Ein heller Kiesweg verläuft zwischen üppig bepflanzten Gefäßen mit blühenden Stauden und jungen Bäumen. Beidseitig säumen geschwungene Sitzelemente aus aufgeschichteten Betonplatten den Weg.

Die integrierten Sitzbänke bestehen aus gebrauchten Waschbetonplatten, die aus Entsiegelungsmaßnahmen im Stadtgebiet stammen. Durch die Wiederverwendung werden ehemals versiegelte Oberflächen Teil eines neuen öffentlichen Raums. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

Auf dem Grundstück der künftigen Bauakademie am Schinkelplatz in Berlin-Mitte ist eine neue Freiluftausstellung zu sehen, die dort temporär untergebracht wurde. Die Bundesstiftung Bauakademie zeigt dort gemeinsam mit dem Bundesverband GebäudeGrün und der Berliner Regenwasseragentur, wie klimaangepasstes Bauen in der Praxis aussehen kann. Die Ausstellung läuft bis Mitte Oktober 2026 und ist rund um die Uhr frei zugänglich.

Schinkelplatz in Mitte: Ausstellung zum klimaangepassten Bauen eröffnetEin Kiesweg führt über das Gelände, gesäumt von Bäumen in großen schwarzen Pflanzgefäßen und Infotafeln. Links ein Backsteinbau mit Wassertanks, im Hintergrund die Kuppel des Humboldt Forums.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Am 8. Juni 2026 haben die drei Kooperationspartner die Ausstellung „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“ eröffnet. Dirk Scheinemann, Ministerialdirektor im Bundesbauministerium, eröffnete die Veranstaltung, anschließend führte Stiftungsdirektorin Dr. Elena Wiezorek in das Thema ein.

Für die Schau haben Universitäten, öffentliche Verwaltungen und Unternehmen Prototypen auf dem Gelände installiert. Besucherinnen und Besucher können dort unter anderem Regenwasserspeicher, Fassadenbegrünungen, Verschattungselemente sowie bepflanzte Versickerungsanlagen aus der Nähe erkunden.

Blau-Grünes Bauen: Wasser und Vegetation zusammen gedachtEin Sitzmodul aus Holz mit berankter Pflanzwand und aufgespanntem Sonnensegel. Links davon erklärt eine Infotafel mit der Aufschrift „Mobile vertikale Gärten" das Exponat.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Begriff beschreibt einen Ansatz, der die Potenziale von Wasser und Vegetation in der gebauten Umwelt verbindet. Zu den blauen Elementen zählen Versickerungsmulden, Regenrückhaltebecken und renaturierte Gewässer, zu den grünen Elementen gehören unter anderem begrünte Dächer und Fassaden.

Nach Angaben der Veranstalter könne Blau-Grünes Bauen städtische Hitze mindern, natürliche Wasserkreisläufe stärken und die Kanalisation entlasten. Zudem schone der Ansatz die Trinkwasserressourcen, fördere die Artenvielfalt und verbessere das Wohlbefinden der Menschen in der Stadt.

Bauakademie-Grundstück: Exponate von Start-ups und ForschungNahaufnahme einer Holzsitzbank auf einem Holzdeck. Dahinter wächst eine dicht mit Gräsern und Wildblumen begrünte Wand, ein grüner Bewässerungsschlauch führt zur Bank.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Zu den Exponaten gehört eine Regenwasserbank des Start-ups Regenmodule. Die Sitzbank sammelt Regenwasser von umliegenden Dächern und speichert mit zwei Modulen 540 Liter. Das reiche laut Anbieter aus, um zwei Straßenbäume zu versorgen. Gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin zeigt die Ausstellung außerdem zwei Forschungsprojekte zur Regenwassernutzung am sogenannten Roten Saal.

Die begrünte Ausstellungsarchitektur hat der Architekt Thio Reich entwickelt, die Bezirksgärtnerei und -baumschule Charlottenburg-Wilmersdorf hat sie umgesetzt. Temporäre Baumgruppen und bepflanzte Flächen schaffen neue Aufenthaltsorte. Die integrierten Sitzbänke bestehen aus gebrauchten Waschbetonplatten, die aus Entsiegelungsmaßnahmen im Stadtgebiet stammen.

Berlin-Mitte: Hitzeinseln im Zentrum der StadtEin geschwungener Kiesweg führt zwischen bepflanzten schwarzen Gefäßen entlang einer Backsteinwand mit Stahlträgern.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Bezirk Mitte gehört zu den am stärksten hitzebelasteten Gebieten Berlins. Rund um den Alexanderplatz, die Friedrichstraße und den Gendarmenmarkt entstehen tagsüber extreme Hitzeinseln, denn Beton nimmt die Sonnenenergie auf und gibt sie nachts nur langsam wieder ab.

Der Gendarmenmarkt soll zwar grüner werden, lässt sich laut Umweltverwaltung wegen denkmalplanerischer Vorgaben aber nicht ohne Weiteres bepflanzen. Für solche Orte kommen mobile vertikale Gärten infrage, wie sie die Ausstellung am Schinkelplatz vorstellt.

Treffpunkt Bauwende: Fachdialoge und Führungen bis OktoberFrontale Ansicht einer hohen Backsteinwand mit rostigen Stahlträgern und gespannten Rankhilfen. Davor stehen vier Wassertanks mit jungen Kletterpflanzen.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Ausstellung bleibt bis Mitte Oktober geöffnet und kostet keinen Eintritt. Begleitend finden am 16. Juli, am 28. August und am 1. Oktober drei Fachdialoge mit anschließender Führung statt. Darüber hinaus bieten die Veranstalter kostenlose Führungen über das Gelände an.

Mit dem Format will die Bundesstiftung Bauakademie nach eigenen Angaben sichtbar machen, wie sich klimaangepasste und lebenswerte Räume gestalten lassen. Das Grundstück am Schinkelplatz verwandelt sich damit bereits zum wiederholten Mal in einen öffentlichen Experimentierraum.

 

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ein flaches, weiß eingefasstes Beet mit gelb blühenden Sedumpflanzen und Kies, darin stehen aufrecht montierte Solarmodule.

Ausstellung: „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bundesstiftung Bauakademie