Deutsche Fussballnationalmannschaft, Base Camp, Winston-Salem, 08.06.2026 USA

AUDIO: #NDRfragt: Nur sechs Prozent glauben an WM-Titel für Deutschland (1 Min)

Stand: 12.06.2026 06:00 Uhr

Zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hält sich die Euphorie im Norden in Grenzen – sportlich wie politisch. Die USA als Austragungsort sehen drei Viertel der #NDRfragt-Community kritisch.

von Matthias Klock

Die Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft fallen vor der Fußball-WM 2026 verhalten aus. In einer aktuellen #NDRfragt-Umfrage trauen die meisten Befragten der DFB-Elf zwar das Erreichen des Achtelfinales zu, ein langer Turnierlauf wird aber nur von einer Minderheit erwartet: Lediglich zehn Prozent glauben an einen Einzug ins Halbfinale.

Alle Ergebnisse zu den WM-Fragen aus der nicht repräsentativen, aber gewichteten #NDRfragt-Umfrage können Sie hier nachlesen. An der Umfrage haben 20.162 Menschen aus Norddeutschland teilgenommen.

Frankreich und Spanien sind klare Favoriten

Nur sechs Prozent trauen der deutschen Mannschaft den WM-Titel zu. Die Erwartungen unterscheiden sich dabei deutlich: Unter den Befragten, die der WM grundsätzlich positiv gegenüber stehen, rechnen acht Prozent mit dem Titelgewinn, unter den Kritikern sind es nur drei Prozent.

#NDRfragt-Mitglied Ronja (33) aus Hamburg blickt zuversichtlich auf das Turnier: „Ich freue mich wahnsinnig auf diese WM. Das Turnier in Katar fand ich uninteressant. Jetzt gibt es einen neuen Trainer und eine neue Mannschaft, der ich eine Chance gebe. Außerdem gibt es noch viele andere Mannschaften, deren Spiele ich mir angucken möchte.“

Als wahrscheinlichste Weltmeister sehen die Teilnehmenden Frankreich und Spanien. Danach folgen mit deutlichem Abstand Brasilien, Portugal und Argentinien.

USA als Austragungsort umstritten

Die Skepsis gegenüber der deutschen Mannschaft passt zur insgesamt kritischen Haltung gegenüber der WM: 77 Prozent lehnen die USA als Austragungsort ab. Mats (25) aus Hamburg kritisiert das Gastgeberland scharf: „Es ist ein Event für die Reichen und es wird komplett ausgeblendet, wie mit Menschen in den USA gerade umgegangen wird.“

„Man fokussiert sehr auf die USA“, sagt Martin (56) aus Vechta. „Deswegen bin ich auch gegen einen Boykott. Sicherlich würde ich die USA boykottieren, aber weder Kanada noch Mexiko können etwas für das Verhalten von Trump.“

Bei den Fragen zu einem Boykott der WM zeichnet sich ein ambivalentes Bild: Viele Befragte sehen zwar generell die wichtige politische Signalwirkung eines Boykotts von Sportveranstaltungen (63 Prozent), betonen aber auch, dass ein solcher vor allem Sportler und Fans treffen würde (64 Prozent). Zwei Drittel der Befragten sind dafür, dass Sport und Politik strikt getrennt werden sollten.

Gespalten ist Nikolai (34) aus Hamburg: „Einerseits bin ich Sportfan und würde gerne die WM genießen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass eine Euphorie wie 2006 oder 2014 dem Land mal wieder gut tun könnte. Andererseits tun FIFA und die USA alles, um einem das Erlebnis madig zu machen. Mal sehen, wie gut ich das dann trennen kann. Ich gebe dem erstmal eine Chance.“

Über diese Befragung

Die Antworten stammen aus der Umfrage „USA, Trump, WM: Wie steht es um unsere Beziehung?“, an der sich 20.162 Norddeutsche beteiligt haben.

Für die Ergebnisse wurden Antworten zu den WM-Fragen ausgewertet, die vom 10. Juni 2026 um 6 Uhr bis zum 11. Juni 2026 um 6 Uhr abgegeben wurden. Unsere Analyse konzentriert sich auf das norddeutsche Stimmungsbild und wertet gezielt die Antworten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen aus. Die Umfragen werden online ausgefüllt.

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings nach den statistischen Merkmalen Alter, Geschlecht, Bundesland, Schulabschluss und Familienstand gewichtet. Das heißt: Antworten von Bevölkerungsgruppen, die unter den Befragten seltener vertreten sind als in der norddeutschen Bevölkerung, fließen stärker gewichtet in die Umfrage-Ergebnisse ein. Und die Antworten von in der Befragung überrepräsentierten Gruppen werden schwächer gewichtet. Insgesamt verteilen sich die Antworten dann am Ende eher so, wie es der tatsächlichen Verteilung der Bevölkerungsgruppen in Norddeutschland entspricht.

Abweichungen von 100 Prozentpunkten in Grafiken sind rundungsbedingt oder ergeben sich aus der Antwortoption „keine Angabe“.

Was ist #NDRfragt?

#NDRfragt ist das Meinungsbarometer für den Norden. Über 68.000 Menschen haben sich bereits für die Community angemeldet. Registrierte Mitglieder erhalten regelmäßig Einladungen zu neuen Umfragen per E-Mail. Das #NDRfragt-Team wertet die Ergebnisse aus und der NDR berichtet in seinen Programmen darüber. So wird das, was Sie denken und meinen, Teil der politischen und gesellschaftlichen Debatte.

Die Alten Herren des Niendorfer TSV sitzen in ihrer Stammkneipe.

Eine Gruppe Hamburger Amateurkicker reist nach Mexiko – auch ohne WM-Tickets. Andere Fans geben ihre Karten zurück oder gucken das Turnier nicht mal im Fernsehen.

 Ein Deutschland-Fan jubelt beim Public Viewing in einer Fanzone

Während in Hannover bis zu 15.000 Fans erwartet werden, gibt es in Hamburg kein großes Public Viewing. Einige Fans boykottieren das Turnier, andere gehen einen Mittelweg.

Eine Frau hält ein Smartphone in die Kamera, auf dem Display steht "#NDRfragt"

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Eine Frau schaut auf einen Monitor mit dem Schriftzug "#NDRfragt" (Montage)

Hier finden Sie alle Ergebnisse der #NDRfragt-Umfragen im Überblick.