Mitte Mai war Shuto Machino am Tiefpunkt der Saison angelangt: Ergänzungsspieler bei Borussia Mönchengladbach, kritisiert vom eigenen Trainer und schließlich nicht berücksichtigt für den japanischen WM-Kader. Doch am Donnerstag erhielt Machino nach längerer Zeit mal wieder eine gute Nachricht: Er wurde nachnominiert, drei Tage vor dem Auftaktspiel der Japaner gegen die Niederlande.

Mittelfeldspieler Wataru Endo vom FC Liverpool (früher VfB Stuttgart) hat sich nicht rechtzeitig erholt von einer Verletzung aus einem Testspiel gegen Island. Dadurch profitiert ein Ex-Gladbacher: Ko Itakura wird Japan bei der WM als Kapitän aufs Feld führen. Er und Machino waren nur zwei Wochen gemeinsam bei Borussia, dann wechselte Itakura für zehn Millionen Euro zu Ajax Amsterdam.

Nun kommt es zum Wiedersehen in den USA, das Spiel gegen die Niederlande steigt am Sonntag in Dallas. Die Japaner sind in Nashville/Tennessee untergebracht. Machino wird damit zum sechsten Gladbach-Profi beim Weltturnier: Joe Scally und Giovanni Reyna sind für die USA dabei, Nico Elvedi für die Schweiz, Jens Castrop für Südkorea und Haris Tabakovic für Bosnien-Herzegowina.

Als erster Borusse hätte in der Nacht auf Freitag Castrop im Einsatz sein können. Doch der 22-Jährige blieb beim 2:1-Sieg gegen Tschechien 90 Minuten draußen. In-Beom Hwang und Hyeon-Gyu Oh drehen das Spiel für die Südkoreaner, die damit bereits gute Karten aufs Sechzehntelfinale haben.

Machino dürfte für Japan ebenfalls nur Ergänzungsspieler sein, auch wenn er im Jahr vor der WM immer dabei war. Der Angreifer kam Ende Juli 2025 für acht Millionen Euro von Holstein Kiel zu Borussia und verpasste den Rest der Saisonvorbereitung aufgrund einer Verletzung. Seine Topform aus der Spielzeit 2024/25, in der er für Kiel elf Treffer erzielte in der Bundesliga, erreichte Machino in Gladbach nie. 32 Spiele absolvierte er, allerdings nur neun von Beginn an. Dabei erzielte der Angreifer drei Tore – alle als Joker.

Zweites Jahr von Shuto Machino „immer deutlich besser“

„Ich wünsche mir von Shuto Machino eine andere Leistung. Wir haben versucht, auf dem Platz, neben dem Platz und in Gesprächen mit ihm daran zu arbeiten. Wir stellen uns grundsätzlich etwas anderes vor“, sagte sein Trainer Polanski kurz vor dem Ende der Bundesliga-Saison. „Wenn man seine Vita sieht, war das zweite Jahr immer deutlich besser als das erste. Da liegt eine Hoffnung drin, aber meinerseits auch eine Erwartung an Shuto.“

Durch eine für Machino glückliche Fügung gestaltet sich der Übergang vom ersten ins zweite Jahr nun positiv – mit der unverhofften WM-Nominierung wenige Stunden vor der Eröffnung des Turniers. „Er muss das Bewusstsein haben, abzuliefern und an seine Stärke glauben. Manchmal wirkt es so, als wüsste er gar nicht, was er alles kann“, sagte Borussias Sportchef Rouven Schröder: „Brust raus und zeigen, was man kann!“

Wie es in Gladbach weitergeht, rückt damit für Machino erst mal in den Hintergrund. In dieser Woche wurde in Isac Lidberg ein neuer Mittelstürmer verpflichtet, die Hoffnungen ruhen zudem auf Tim Kleindienst nach seinem Comeback. Ob künftig noch Platz ist für Machino, wird sich später zeigen als erwartet. Die WM bietet dem 26-Jährigen die Chancen zum Restart nach einer Saison zum Vergessen.