Wer den Namen Waldeckstraße hört, denkt vermutlich zunächst an die Brücke, die seit Anfang März 2025 gesperrt ist. Die Waldeckbrücke wird für rund 6,9 Millionen Euro neugebaut und soll im kommenden Herbst fertig sein. Nun soll auch die Waldeckstraße saniert werden. Kostenpunkt: eine Million Euro. Über die Instandsetzung entscheidet der Verkehrsausschuss Ende Juni.

Heckinghausens Bezirksbürgermeister Stefan Kühn (SPD) zeigt sich erfreut und erklärt: „Dass die Straße in Ordnung gebracht wird, ist super. Es ist eine der wichtigsten Straßen von und nach Heckinghausen.“ Die Straße war laut Kühn in keinem guten Zustand mehr. Teilweise waren auch schon Bordsteine und Teile des Gehwegs kaputt. Insofern sei von Anfang an, als der Neubau der Brücke im Raum stand, seitens der Stadtteilpolitiker angeregt worden, die ganze Waldeckstraße wiederherzurichten. Laut Vorlage sollen, soweit möglich, Teile der Arbeiten parallel zur abschließenden Bauphase der Waldeckbrücke umgesetzt werden. Das impliziert laut Kühn, dass nach dem Abschluss der Brückenarbeiten an der Straße gearbeitet wird. Also müssen sich Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Bürger aller Voraussicht nach auf weitere Sperrungen einstellen, auch nach dem Abschluss der Brückenarbeiten im kommenden Herbst. „Die Brücke war anderthalb Jahre gesperrt. Es hätte genug Gelegenheiten gegeben, die Arbeiten zu machen“, betont er. „Dass die Gesamtmaßnahme nicht im Herbst abgeschlossen ist, finde ich ärgerlich.“

Die Waldeckstraße weist laut Verwaltung erhebliche Straßenschäden auf, sodass bereits entsprechende Verkehrszeichen zur Temporeduzierung angeordnet wurden. Die Sanierungsfläche betrifft die gesamte Waldeckstraße. Aktuell liegen großflächige Risse und aufgebrochene Längs- und Querfugen vor. Um die Fahrbahnschäden zu beseitigen, werden die Deck- und Binderschichten aus Asphalt abgefräst und anschließend neu aufgebracht.

Die neue Asphaltdecke wird mit aufhellendem Material eingebaut, um die Sonneneinstrahlung besser reflektieren zu können. Ziel ist es, die Erwärmung der Fahrbahn zu reduzieren und den damit verbundenen Temperaturanstieg innerhalb der Stadt möglichst gering zu halten. „Das ist eine klasse Möglichkeit, im Sinne der Klimafolgenanpassung zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, um die Hitze in der Stadt zu reduzieren“, so Kühn.

Darüber hinaus soll die Asphaltdeckschicht lärmmindernd ausgewählt werden. Das sei auf der viel befahrenen Straße ebenfalls sehr zu begrüßen, so Kühn weiter. Darüber hinaus handelt es sich bei den verwendeten Baustoffen teilweise um Recyclingmaterialien, sodass Primärrohstoffe geschont werden.

„Die Dauer der Maßnahme wird, abhängig von den verkehrlich genehmigten Bauabschnitten, auf etwa drei Monate geschätzt“, heißt es in der Vorlage.

Vor Beginn der Arbeiten passen die Wuppertaler Stadtwerke verschiedene Einrichtungen im Straßenbereich an, zum Beispiel Schachtabdeckungen, Schieberkappen, Hausanschlussventile und Hydranten. Außerdem werden beschädigte Gehwegabschnitte repariert.

Derzeit wird die Fahrbahnbreite für den Verkehr benötigt. Besonders wichtig sei, dass die Feuerwehr jederzeit ungehindert hinausfahren kann. Laut Gerichtsbeschluss müssen Einsatzfahrten hier ausschließlich mit Blaulicht und ohne Martinshorn starten.

Stadtverwaltung plant
keinen Radfahrstreifen

„Was sehr schade ist und sicherlich auch in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung behandelt wird, ist die Aussage, dass es keinen Radfahrstreifen geben wird“, sagt Kühn.

Ein Radfahrstreifen, ob ein- oder beidseitig, würde demnach die Reduzierung eines Fahrstreifens bedeuten, gibt die Verwaltung als Begründung an. Darüber hinaus könne ein Radweg weder in der Einmündung zur Heckinghauser Straße noch zur Straße Rauental signaltechnisch eingebunden werden. „Angrenzend an die Waldeckstraße ist die ‚Spindel‘ über die Bahnschienen und dann befindet man sich schon in Oberbarmen“, sagt Kühn, der selbst begeisterter Radfahrer ist. „Es ist ein Wermutstropfen, dass wir dort keinen gesicherten Schutzstreifen für Radfahrer bekommen.“

Die Sanierung der Waldeckstraße wird voraussichtlich rund eine Million Euro kosten. Im Haushaltsplan 2026/2027 stehen für die Maßnahme jeweils 500 000 Euro in den Jahren 2026 und 2027 zur Verfügung.

Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt nach Rechtskraft des Haushaltsplans 2026. Die konkrete Abstimmung zum Zeitplan geschieht im weiteren Projektverlauf mit der Brückenbaumaßnahme.