Werden Hecken, Zäune und Mauern in Wohngebieten in den vergangenen Jahren immer höher? Einen solchen Trend vermutet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und stellt in der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg eine große Anfrage an die Verwaltung.

Hecken, Zäune und Mauern würden zunehmend höher ausgeführt werden, heißt es. Das verändere nicht nur das Erscheinungsbild der Wohnquartiere, sondern führe stellenweise auch zu einer stärkeren Einengung von Sichtbeziehungen. „Das kommt immer mal wieder an verschiedenen Ecken in Wohnsiedlungen vor“, sagt Cornelia Krieger, Fraktionssprecherin der Grünen. Zu einem Risiko würden zu hohe Einfriedungen dann, wenn Autofahrer beispielsweise nicht mehr richtig um die Ecke schauen könnten, dadurch schneller mal ein spielendes Kind übersehen würden. Auch zugewucherte Straßenschilder seien ein Problem. „Wenn die Höhenvorgaben aus dem Bebauungsplan nicht eingehalten werden, kann das zu einem Risiko werden“, mahnt die Fraktionssprecherin.

Neben Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr und auf Gehwegen betont die Fraktion die Vorteile einer geregelten Höhe für Einfriedungen: „Niedrigere Einfriedungen prägen in vielen Wohngebieten das Straßenbild und tragen zu einer offenen und freundlichen Gestaltung des öffentlichen Raums bei“, heißt es. „Sichtbeziehungen zwischen Grundstücken, öffentlichen Gehwegen und Straßen können zur sozialen Kontrolle beitragen und das nachbarschaftliche Miteinander fördern.“ Auf dieser Grundlage bittet die Bezirksvertretung die Verwaltung um die Beantwortung einiger Fragen zu Kontrollverfahren, zum Umgang mit Überschreitungen von zulässigen Höhen und Voraussetzungen zum Rückbau.

Verwaltung prüft Einzelfälle derzeit nur anlassbezogen

Konkrete Wege, auf denen Abweichungen von zulässigen Höhen besonders grob überschritten werden, könne die Verwaltung nicht nennen – vielmehr würden Abweichungen vor allem durch Hinweise aus der Nachbarschaft, im Rahmen von Ortsterminen oder durch Feststellungen im Zuge bauordnungsrechtlicher Verfahren bekannt. Ob Einfriedungshöhen, wie in den entsprechenden Bebauungsplänen festgesetzt, eingehalten werden, würde also derzeit anlassbezogen überprüft werden. Hierfür ist die untere Bauaufsicht zuständig. Eine flächendeckende, regelmäßige Überprüfung finde nicht statt. Einen solchen zusätzlichen Handlungsbedarf sehe die Verwaltung zum aktuellen Zeitpunkt aber auch nicht als notwendig an.

„Das ist wohl nicht auf besonderes Echo gestoßen“, so Cornelia Krieger. „Es ist auch verständlich, dass die Stadt nicht immer hinterher sein kann. Wir werden trotzdem weiter riskante Ecken im Blick behalten und die Verwaltung im Zweifel darauf hinweisen.“ Hans Joachim Lüppken (CDU), Bezirksbürgermeister in Uellendahl-Katernberg, hält die Anfrage der Grünen für nachvollziehbar: „Ich kenne viele Stellen, an denen Hecken oder Zäune zu hoch scheinen. Die Frage ist eben nur, wie rigoros man dagegen vorgehen kann und will.“ Gewisse Risiken müsste man, gerade heutzutage, leider schon mitdenken: „Wenn man nichts erkennt, weiß man eben auch nicht, was dahinter passiert. Da kann ein Raum für Straftaten entstehen“, merkt Lüppken an. Seiner Ansicht nach sollte das im Blick behalten werden und über Problemfälle einzeln entschieden werden. Denn für eine flächendeckende Überprüfung, „gibt es einfach zu viele Hecken in Wuppertal“. Dem schließt sich auch Janine Weegmann von der CDU an. Sie betont: „Es ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema. Wir demokratischen Parteien arbeiten wunderbar zusammen und werden versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. So etwas darf nicht in Vergessenheit geraten.“

Gabriela Ebert (SPD) befürwortet es ebenfalls, dass die Grünen das Thema in die BV gebracht haben. Auch sie meint: „Wenn man unsichtbar wird, birgt das eben auch mehr Gefahren. Wenn etwas passiert, dann sieht es keiner.“ Das sei ein Thema, an dem man dranbleiben müsse. Gleichzeitig gibt sie zu bedenken: „Von der Stadt könnte jetzt wohl niemand in Wuppertal herumfahren, um zu überprüfen, welche Hecken zu niedrig, welche zu hoch sind. Das kann personell ja überhaupt nicht gestemmt werden.“ Umso wichtiger sei es, als Bürger aufmerksam zu bleiben.