Nach dem 2:2 zum Auftakt der Relegationsrunde ist für den MSV Düsseldorf noch alles möglich. Die Mannschaft von Goran Tomic überzeugte gegen Duisburg mit Moral und kann nun in Meerbusch vorlegen. Doch die Belastung durch das straffe Programm und die Ausgangslage im Dreikampf bergen auch Risiken.
von Marcus Giesenfeld · Gestern, 22:30 Uhr · 0 Leser
Intensives Spiel zwischen dem MSV und dem FV – Foto: Tristan Benten
Nicht Fisch, nicht Fleisch – so war das 2:2 des MSV Düsseldorf gegen den Duisburger FV zum Auftakt der Relegationsrunde um den Aufstieg in die Landesliga einzustufen. Das Unentschieden gegen den Vizemeister aus Gruppe 5 lässt dem Klub aus Eller für den weiteren Verlauf alle Möglichkeiten offen. Allerdings bringt die jetzige Ausgangslage auch Umstände mit sich, die nicht unbedingt für den MSV sprechen.
Mi., 10.06.2026, 19:30 Uhr Harouz in Topform
Für den MSV spricht die Moral: Der Spielverlauf gegen den Duisburger FV hat gezeigt, dass der MSV trotz des zuletzt straffen Programms noch über Substanz verfügt. Jeweils zu Beginn beider Spielhälften waren die Hausherren auf dem Kunstrasenplatz an der Heidelberger Straße in Rückstand geraten (8., 52.). Said Harouz hatte in beiden Fällen die passende Antwort parat (13., 73.). „Die Moral der Jungs ist hervorragend“, lobte Goran Tomic, der einer verpassten Siegchance nachtrauerte. „Wir hätten vor der Pause mehr aus unseren Chancen machen und im zweiten Abschnitt einfach noch etwas geduldiger agieren müssen“, so der Coach weiter.
Ein weiterer Punkt für Optimismus ist die Tatsache, dass der MSV vorlegen kann: Will die Elf von Goran Tomic aus dem Drei- einen Zweikampf machen, dann muss sie am Sonntag „nur“ das zweite Spiel beim OSV Meerbusch gewinnen. Bei einem Sieg über den MSV würde der Druck anschließend auf den Schultern der Spieler des Duisburger FV lasten, der am kommenden Mittwoch noch gegen Meerbusch gefordert sein wird. Dabei gilt: Je höher der Sieg, desto schwerer die Aufgabe für den Duisburger FV.
Und ein gewichtiger Vorteil für den MSV ist die Treffsicherheit von Said Harouz: Mit Ex-Profi Sinan Kurt fällt in der entscheidenden Phase ausgerechnet einer der Top-Scorer verletzungsbedingt aus. Den Ausfall des ehemaligen Bayern-Spielers konnte der MSV zuletzt aber gut kompensieren. Das lag auch an Said Harouz. Der frühere Regionalligastürmer war während der Saison nicht immer präsent, läuft auf der Zielgeraden aber heiß. Gegen Ratingen II und gegen Duisburg gelang dem 29-Jährigen zuletzt jeweils ein Doppelpack. Auf den Unterschiedsspieler wird es auch in Meerbusch ankommen.
Dritte englische Woche in Serie
Was gegen den MSV spricht: Bei einer Niederlage gegen den MSV hätte der OSV Meerbusch schon am Sonntagnachmittag keine Chance mehr in die Landesliga aufzusteigen. Die abschließende Partie in Duisburg geriete aus Sicht des Vizemeisters der Gruppe 3 zur Makulatur. Meerbusch müsste unter der Woche die Fahrt nach Duisburg antreten in dem Wissen, letztlich nur noch dem MSV einen Gefallen tun zu können. Dann käme es aus Sicht des MSV auf den Sportsgeist des OSV an.
Der Spielplan ist kein Freund des MSV: Die Spieler von Goran Tomic bekommen keine Zeit zum Durchschnaufen. „Wir haben drei englische Wochen in Folge. Das ist selbst im Profibereich eine enorme Belastung“, stöhnt der Trainer des MSV. In Anbetracht der Strapazen verursacht durch die angesetzten Wiederholungsspiele gegen Nievenheim und Grevenbroich-Süd hätten sich die Elleraner ein paar freie Tage nach dem Duisburg-Spiel gewünscht. Die hat nun aber eben der Gegner, der am kommenden Mittwoch ausgeruht in das Heimspiel gegen Meerbusch gehen kann, während der MSV schon am Sonntag wieder bei einem heimstarken OSV – dieser holte in der regulären Saison 42 von 48 möglichen Punkten auf eigenem Platz – gefordert ist.