Dreimal Rot bei WM-Eröffnung
Wirbel um Schiedsrichter: „Das bleibt hängen, das ist schade“
12.06.2026 – 08:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Hier bittet Schiedsrichter Wilton Sampaio (l.) den Südafrikaner Sphephelo Sithole nach dessen Roter Karte vom Platz. (Quelle: IMAGO/Alexandra Fechete/SPP)
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Sportlich ließ das Eröffnungsspiel zu wünschen übrig. Viel los war dennoch im Aztektenstadion. Dafür sorgte auch der Schiedsrichter.
Drei Platzverweise und Diskussionen um eine Entscheidung des Schiedsrichters: Das WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika hatte neben dem sportlichen Ergebnis noch ein weiteres großes Thema.
Beim 2:0-Erfolg des Co-Gastgebers rückte Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio in den Mittelpunkt. Der Brasilianer zeigte insgesamt drei Rote Karten – ein Novum in einem WM-Auftaktspiel.
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Zuletzt hatte es vor 20 Jahren bei der Weltmeisterschaft in Deutschland so viele Platzverweise in einer Partie gegeben. Im Achtelfinale zwischen Portugal und den Niederlanden mussten damals sogar vier Spieler vorzeitig vom Feld. Bei der vergangenen WM in Katar wurden im gesamten Turnier vier Platzverweise ausgesprochen, darunter nur eine direkte Rote Karte.
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Während der Platzverweis gegen Südafrikas Sphephelo Sithole in der 50. Minute ebenso unumstritten war wie die Rote Karte für Mexikos Cesar Montes in der Nachspielzeit, löste die Entscheidung gegen Themba Zwane Diskussionen aus. Der Südafrikaner sah in der 84. Minute wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit Rot. Sampaio entschied erst nach Sichtung der TV-Bilder auf Platzverweis.
„Jetzt reden alle über den Schiedsrichter“
Der ehemalige Schiedsrichter Patrick Ittrich sagte als Experte bei MagentaTV: „Ich glaube, es hätte dem Spiel gutgetan, wenn es nur eine Rote Karte gewesen wäre“. Weiter sagte er: „Jetzt reden alle über den Schiedsrichter und das nach einem WM-Eröffnungsspiel. Das bleibt hängen, das ist schade.“
Auch der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer teilte diese Einschätzung im ZDF. Er sagte: „Der Schiri hat eigentlich einen sehr guten Blick. Wenn der Mexikaner direkt aufsteht – und das kann er, weil er hat ja überlebt – dann gibt der Schiedsrichter nicht Rot.“ Zudem sagte Kinhöfer: „In Realgeschwindigkeit und ohne die Schauspielerei des Gegners wäre es keine Rote Karte gewesen, auch wenn man es regeltechnisch vertreten kann.“
Für Südafrikas Trainer Hugo Broos müsse man über den ersten Platzverweis nicht groß reden. Für die zweite hatte er aber kein Verständnis. „Da blockt ein Mexikaner meinen Spieler“, klagte Broos in der Pressekonferenz, „das war zu wenig, um eine Rote Karte zu geben.“ Er habe zwar noch genügend „Spieler für das nächste Spiel, aber das ist wirklich nicht schön“.
