Am 4. Oktober 1986 wurde das Klemensviertel in Kaiserswerth nach jahrelanger Planung und vielen kontroversen Diskussionen feierlich eröffnet. Das 40-jährige Bestehen war für das Team des Museums Kaiserswerth ein Anlass, dazu eine Ausstellung zu konzipieren. Diese skizziert mit historischen Fotos, Grundrissen der verschiedenen Planungs- und Bauphasen und einigen Luftaufnahmen die Entwicklung des Platzes und der umgebenden Wohnbebauung.

Der Entstehungsprozess war langwierig. Bereits Anfang der 1970er-Jahre entwickelte der Architekt Walter Brune erste Ideen, die in den folgenden Jahren konkretisiert und modifiziert wurden – immer wieder begleitet von Protesten der Anwohner und Kritik an dem gesamten Projekt. Heute verfügt das lebendige Klemensviertel, das um einen Platz mit Brunnen angeordnet ist, über einen vielfältigen Nutzungsmix aus Geschäften, Büros, Praxen und Wohnungen und besitzt eine hohe Aufenthaltsqualität. Zweimal in der Woche lockt ein großer Wochenmarkt zusätzliche Besucher an.

Die am Niederrhein gefertigten roten Backsteine prägen das Gesamtbild. Herausragendes Bauwerk ist der Zeitturm, den Bildhauer Benno Werth in Zusammenarbeit mit Brune gestaltet hat. Das Fortschreiten der Zeit ist hier mit Uhren, Glockenspiel und Zeitmaschinen optisch interessant dargestellt. Den Brunnen dominiert die lebensgroße Bronzefigur „Sämann“ von Fritz Klimsch.

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 20. Juni, um 14 Uhr. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) wird ein Grußwort sprechen und der Architekt Just Gérard in das Thema einführen. Danach ist die Ausstellung bis zum 12. Juli samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss an die Eröffnung wird im Klemensviertel gemeinsam gefeiert. Die Geschäfte sind bis 22 Uhr geöffnet, es sind kleine Überraschungen und kulinarische Genüsse angekündigt.