Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Leon Eckert aus Eching kritisiert die massiven Kostensteigerungen beim Ausbau der A92 zwischen den Autobahnkreuzen Feldmoching und Neufahrn. Der 31-jährige Abgeordnete für den Landkreis Freising beruft sich auf Zahlen des Verkehrsministeriums. Demnach ging man im Bundesverkehrswegeplan 2014 noch von Ausgaben in Höhe von 87,9 Millionen Euro aus, mittlerweile werden 485,5 Millionen Euro veranschlagt. Aus Sicht Eckerts handelt es sich um eine nicht vertretbare „Kostenexplosion“, die bezeichnend sei für eine verfehlte Verkehrspolitik des Bundes.

Der Abgeordnete, der auch Dritter Bürgermeister in Eching ist, hat in einer aktuellen parlamentarischen Anfrage an das Ministerium Aufklärung über den aktuellen Stand der Kosten erbeten und nach möglichen Ursachen für die Kostensteigerung gefragt. Als Antwort verwies das Ministerium auf Zahlen vom Oktober 2025, als turnusgemäß der „Gesamtmittelbedarf“ für die großen Verkehrsbauvorhaben aufgelistet wurde.

Das Zahlenwerk ist angesichts der vielen Projekte umfangreich, bleibt jedoch bei den Erklärungen knapp. Zu den auf mehr als das Vierfache angestiegenen Kosten für die A92 zwischen Feldmoching und Neufahrn heißt es lediglich: „Indexierung und Aktualisierung der Kosten“. Eckert prangert die aus seiner Sicht „unzureichende Transparenz der Bundesregierung hinsichtlich der Ursachen“ für diese Entwicklung an. Angesichts einer Summe von fast 400 Millionen Euro Mehrkosten über der ursprünglichen Planung sei die Regierung den Bürgerinnen und Bürgern eine Erklärung schuldig, schreibt Eckert. Stattdessen gebe es lediglich „Verweise auf alte Unterlagen“.

Für den Grünen-Politiker steht die Kostenentwicklung sinnbildlich für eine aus der Zeit gefallene Verkehrspolitik. „Während bei Bahnstrecken, im öffentlichen Nahverkehr und bei vielen Kommunen um jeden Euro gerungen wird, spielen mehrere hundert Millionen Euro im Straßenbau wohl keine größere Rolle für die aktuelle Bundesregierung. Sie hält selbst dann noch an diesen Planungen fest, wenn die Kosten völlig aus dem Ruder laufen.“

Auch der Abschnitt zwischen Neufahrn und Flughafen wird deutlich teurer

Kritisch sieht Eckert, dass eine grundsätzliche Neubewertung solcher Projekte ausbleibt. Bei einer Preissteigerung von etwa 450 Prozent für einen Autobahnabschnitt stelle sich die Frage, ob dieses Geld nicht an anderer Stelle sinnvoller investiert wäre. Die Bundesregierung verharre in einer Verkehrspolitik der Vergangenheit. Eckert fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Schiene und öffentlichen Verkehr. Die Menschen bräuchten zuverlässige Züge, einen starken Nahverkehr und moderne Mobilitätsangebote.

Ähnlich fällt die Entwicklung in weiteren Abschnitten aus: Zwischen dem Autobahnkreuz Neufahrn und dem Flughafen stiegen die veranschlagten Kosten von 92,9 Millionen Euro (2014) auf derzeit 155,2 Millionen Euro.