
AUDIO: Bilanz der Militärübung am Hamburger Flughafen (1 Min)
Stand: 12.06.2026 20:46 Uhr
Die Luftwaffe hat ihre Militärübung am Hamburger Flughafen beendet. Fünf der sechs Tornado-Kampfflugzeuge der Bundeswehr haben Fuhlsbüttel am Freitagvormittag verlassen. Ein Tornado-Kampfjet muss vor der Heimreise allerdings noch einen Triebwerkstest absolvieren.
Wer am Hamburger Flughafen wohnt, sollte sich am Samstagvormittag auf Lärm gefasst machen. Ein Tornado-Kampfjet des Luftwaffengeschwaders „Immelmann“ muss wegen eines technischen Problems einen Triebwerkstest durchführen, bevor er die Heimreise zum Luftwaffenstützpunkt in Jagel (Schleswig-Holstein) antreten kann. Zwischen 10 und 13 Uhr wird es vor allem im nördlichen Bereich des Flughafens für etwa eine Stunde richtig laut werden.
Normalerweise finden Triebwerkstests in speziellen Lärmschutzhallen statt, die den Lärm für die Umgebung deutlich abschirmen. Die gibt es am Hamburger Flughafen für Militärmaschinen aber nicht. Deshalb wird der Test im Freien stattfinden. Das Luftwaffengeschwader empfiehlt in diesem Zeitraum, die Tiere – insbesondere Pferde auf den umliegenden Koppeln – nach Möglichkeit in Stallungen oder Gebaude zu bringen.
Bundeswehr übte Training für den Ernstfall
Die übrigen fünf Maschinen sind bereits zu ihrem Heimatstützpunkt zurückgeflogen. Der Rückflug des letzten Tornados vom Hamburger Flughafen nach Jagel ist im Laufe des Samstagnachmittags vorgesehen. Geübt wurde am Hamburg Airport, wie die Kampfjets starten und landen. Aber auch, wie sich dies in die normalen Abläufe an einem zivilen Flughafen einbinden lässt. Insgesamt nahmen etwa 100 Soldatinnen und Soldaten an der Übung mit dem Namen „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ teil. Hintergrund des Trainings: Im Ernstfall sind laut Luftwaffe militärische Basen Ziele möglicher Angriffe. Streitkräfte sollen deshalb in der Lage sein, auf zivile Flughäfen auszuweichen. Die Übung sei Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Hamburg Airport sehr gut verlaufen, heißt es vom Luftwaffengeschwader.
Leonhard: „Die Weltlage gebietet es“
Eine Auswertung wird in den kommenden Tagen stattfinden. Geübt wurde unter anderem die Betankung und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhardt (SPD) sagte: „Wir werden künftig häufiger solche Übungen sehen. Die Weltlage gebietet es, dass wir vorbereitet sind.“ Die Abläufe an einem zivilen Flughafen müssten trainiert werden. Das sei für den Krisenfall erforderlich. Ob die Luftwaffe noch einmal in Hamburg übt, steht noch nicht fest.
Kritik am Fluglärm
Kritisch äußerte sich der Dachverband der Fluglärmbetroffenen (BIG). Besonders belastend waren aus seiner Sicht die Starts und Überflüge am Mittwoch. Laut BIG gehören die Tornado-Kampfflugzeuge zu den lautesten Maschinen, die in Deutschland eingesetzt werden. Die Fluglärmgegner kritisieren nicht grundsätzlich die militärischen Übungen, sondern dass es zu wenig Informationen für betroffene Menschen gebe.
Für Beschwerden über Fluglärm hatte die Bundeswehr eine Hotline eingerichtet. Wie viele sich wegen der Übung bei der Bundeswehr beschwert haben, wurde noch nicht bekannt gegeben.
Video:
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