Fast 200 Nester entfernt
Zahl giftiger Raupen nimmt in Braunschweig offenbar zu
12.06.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Eichenprozessionsspinner (Archivbild): Bei Kontakt können gefährliche Reaktionen auftreten. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Stefan Dinse/imago)
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Zahlreiche Meldungen, fast 30 bestätigte Fälle: In Braunschweig kämpft die Stadt gegen den Eichenprozessionsspinner. Eine erste Tendenz macht Sorgen.
In Braunschweig deutet sich eine stärkere Saison des Eichenprozessionsspinners an. Bei der Stadt gingen bislang etwa 70 Meldungen ein, daraus ergaben sich 28 bestätigte Fälle. Das teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage der Lokalredaktion von t-online in Braunschweig mit.
Die Stadt hat nach eigenen Angaben bereits fast 200 Nester der gefährlichen Raupen abgesaugt. Konkret seien es bis zum Donnerstag bis zu 188 Nester gewesen.
Für eine abschließende Bewertung der Saison sei es noch zu früh, teilte die Stadt mit. Eine erste Tendenz weise jedoch auf eine Zunahme des Befalls hin.
Raupe befällt ganz Braunschweig
Der Eichenprozessionsspinner ist in Braunschweig inzwischen im gesamten Stadtgebiet verbreitet. Derzeit seien alle Bereiche gleichermaßen betroffen. Wegen unterschiedlicher Mikroklimata bildeten sich aber immer wieder Schwerpunkte in einzelnen Stadtteilen.
Schulen, Kitas und Spielplätze haben bei der Bekämpfung nach Angaben der Stadt oberste Priorität. Bereits im Frühjahr hatte die Verwaltung angekündigt, besonders sensible Bereiche bevorzugt zu behandeln – etwa in der Nähe von Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Altenheimen.
Vorbeugend hat Braunschweig in diesem Jahr rund 400 Eichen mit Nematoden behandelt. Dabei handelt es sich um Fadenwürmer, die gegen die Raupen eingesetzt werden. Die Maßnahmen erfolgten in verschiedenen Stadtteilen in der 18. und 20. Kalenderwoche.
Bei Augenkontakt droht Bindehautentzündung
Die Saison des Eichenprozessionsspinners beginnt üblicherweise im Mai und kann bis in den August dauern. Kritisch wird es vor allem Ende Mai und Anfang Juni: Dann entwickeln die Raupen mikroskopisch kleine Brennhaare, die den Giftstoff Thaumetopoein enthalten.
Diese Brennhaare können Juckreiz, entzündliche Hautausschläge, Rötungen, Quaddeln und Bläschen auslösen. Bei Augenkontakt sind Bindehautentzündungen möglich. Werden die Härchen eingeatmet, kann es zu Reizungen im Rachen, Hustenreiz und in seltenen Fällen auch zu Asthmaanfällen kommen.
Die Stadt warnt deshalb davor, Raupen oder Nester zu berühren. Auch verlassene Nester können weiter gefährlich sein. Verdachtsfälle können der Stadt Braunschweig unter 0531/470-1 oder 0531 115 sowie per E-Mail an buergertelefon@braunschweig.de gemeldet werden.
