Einfach mal in eine andere Welt entfliehen zu können. Das schätzte sie besonders am Lesen und Schreiben von Fantasy-Romanen, erzählt Elisabeth Huber-Janclas, die selbst regelmäßig Mottopartys veranstaltet und es liebt, im Alltag in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Dieses Erlebnis möchte sie mit eigenen Werken gerne an ihre Leserinnen und Leser weitergeben, dabei jedoch nicht nur schöne Momente schaffen, sondern auch durch anspruchsvolle Konflikte und emotionale Herausforderungen Spannung erzeugen.
So erzählt ihr 2022 erschienener Debütroman „Blutsbrüder“ von einer magischen Bande, bestehend aus einem Menschen, einem Zwerg, einer Elfe, einem Ork und einer Nymphe, die für den Schutz der bedrohten Südwind-Akademie und das Volk Asteriens kämpfen. Rund drei Jahre später hat sie nun das Manuskript der Fortsetzung „Blutmond“ beendet, in der Gesandte der Akademie auf einen Roadtrip gehen, um den Schutz der Zwerge stärker abzusichern, deren Geheimnis am Ende des ersten Bandes gelüftet wird. Währenddessen trennt sich die Gruppe in einen Teil, der ins Reich der Elfen gerät, während der andere zu den Orks gelangt. Im Gegensatz zu „Blutsbrüder“ spiele neben dem Abenteuer nun auch das Thema Liebe eine größere Rolle und begleite die Protagonisten auf ihrer Reise, so die Wegbergerin.
Während Huber-Janclas im ersten Roman der Reihe „Die Chroniken von Pangea“ auf Artensterben sowie sexuelle Belästigung aufmerksam macht, thematisiert sie nun Loyalität, Machtmissbrauch und Gegenwehr. Ursprünglich war die High-Fantasy-Reihe als Trilogie geplant, doch während des Schreibprozesses merkte die Fantasy-Liebhaberin schnell, dass sie vermutlich mehr als drei Bücher brauchen wird, um die Geschichte zu vervollständigen. So schreibt sie bereits am dritten Teil, der sich mit der Blutlinie der Protagonisten auseinandersetzen wird, und hat schon Ideen für die folgenden Bände.
Doch zunächst möchte sich die Autorin, die gemeinsam mit ihrer Familie in Merbeck wohnt, auf die Veröffentlichung von „Blutmond“ konzentrieren. Schließlich hat sie sich nach längerer Überlegung dazu entschieden, ein Exposé des Manuskriptes an zehn verschiedene Verlage zu schicken, statt es, wie bei ihrem Debütroman, über den Self-Publishing Verlag „Books on Demand“ (BoD) zu veröffentlichen. Die junge Mutter hat lange mit diesem Schritt gewartet, um erst mal kreativ unabhängig zu sein, erhofft sich von der Zusammenarbeit mit den Verlagen jedoch die Möglichkeit, von deren Vermarktungs- und Vertriebsstrukturen profitieren zu können und ihren zweiten Roman entweder noch dieses oder nächstes Jahr veröffentlichen zu können. „Ich habe lange gedacht, Leidenschaft, Talent und Disziplin reichen aus, um in der Buchbranche Fuß zu fassen“, erzählt Huber-Janclas, die festgestellt hat, dass der Beruf der Autorin häufig romantisiert wird und eben auch bürokratische und marketingstrategische Arbeit dazugehört. Bis sich ein passender Partner gefunden hat, setzt die Mutter eines Sohnes besonders auf regionale Präsenz. So nahm sie beispielsweise am „Young Story Teller Award“ der Buchhandlung Thalia gemeinsam mit „story.one“ teil oder gewann kürzlich mit einem Kinderbuch den Kreativwettbewerb in ihrer Altersklasse, den die Stadt Erkelenz anlässlich ihrer Feierlichkeiten zum 700. Jubiläum der Stadtrechte ausgelobt hatte. Zudem wird sie im Herbst eine Lesung in der Wegberger Holtmühle halten, bei der sie sich besonders auf die abenteuerlustige Stimmung unter den Fantasy-Liebhabern freue. Zudem hofft sie, sich mit anderen jungen Autorinnen und Autoren austauschen zu können, und nahm vor Kurzem beispielsweise an einem Schreibkurs der Volkshochschule Jülich teil, bei dem sie andere Schriftstellerinnen kennenlernte.
Dieser Austausch sowie das positive, aber auch konstruktive Feedback zu ihrem ersten Buch von Freunden und Familie sowie von Leserinnen und Leser würden ihr dabei helfen, sich als Autorin weiterzuentwickeln, betont die Lehrerin für Deutsch und Geschichte. So konnte sie das Layout der Bücher verbessern und nebenher lernen, noch atmosphärischer zu schreiben. Um diese Fähigkeit zu verbessern, betreibe sie nicht nur digitale Recherche, beispielsweise über historische Hintergründe, bei der sie auch von ihrem Geschichtsstudium profitiere, sondern unternehme darüber hinaus gemeinsam mit ihrem Mann Ausflüge in Ruinen oder Wälder, um die Natur zu beobachten und Geräusche, Stimmungen und Gerüche bewusst wahrzunehmen. Diese Sinneseindrücke nehme sie später in ihre Szenen auf. Auch persönlich hat sie sich weiterentwickelt. So ist sie zukünftig nicht mehr unter ihrem bisherigen Pseudonym Sam O’Neill zu finden, sondern wird unter dem Namen Elizabeth Fox als Fantasy-Autorin erscheinen und als Elisabeth Fuchs Kinderbücher veröffentlichen. Auch für einen Kriminalroman hat sie bereits Ideen und freut sich darauf, diesen zu verfassen. Neben dem neuen persönlichen Branding gehört auch die Vielfalt ihrer Werke zu ihrer Weiterentwicklung als Autorin, die noch viele Pläne für die Zukunft hat.