
AUDIO: „Wie im Planetarium“: Chorkonzert in Kiel reist in den Himmel (3 Min)
Stand: 11.06.2026 07:54 Uhr
Über Sonne, Mond und Sterne wurde viel gedichtet, Musik geschrieben, sie wurden gemalt. In Kiel bereitet sich gerade der Madrigalchor auf ein Konzert zu diesem Thema vor – mit einer Lichtinstallation der Künstlerin Katharina Berndt.
Hinauf in die Weiten des Himmels mit dem „Konzert an die Sterne“. „Das ist die Gelegenheit einfach die Augen zu schließen oder auch zu öffnen, nach oben zu gucken und alles auf sich wirken zu lassen – wie im Planetarium“, meint die ehemalige Professorin für Chorleitung Friederike Woebcken. Der Gesang des Kieler Madrigalchores und die Bilder von Lichtkünstlerin Katharina Berndt leiten uns mit Phantasie durch die Dunkelheit. Es sei eine „Verbindung von Gesang und Illustration durch Licht“, so Woebcken.
Sehnsucht und klingende Weingläser
Sonne, Mond und Sterne haben uns schon immer beschäftigt und tauchen in vielen Volksliedern und Gedichten auf, meint Woebcken: „Die Sehnsucht des Menschen, dass er seine Wünsche seine Hoffnung zum Himmel richtet, die gibt es seit Menschengedenken. Befreiung von Leid oder Wünsche in die Zukunft, das ist etwas, was es immer gegeben hat, sodass es gar nicht so ungewöhnlich ist, dass sich auch Dichter, besonders des 19. Jahrhunderts, sehr stark damit auseinandergesetzt haben“, sagt Woebcken.

Bis zum 13. Dezember verwandelt sich der Garten bei Nacht mit bunten Farben und mystischen Klängen in eine fantasievolle Kulisse.
Jetzt können wir dieser Sehnsucht einfach mal nachgeben, mit Robert Schumanns „An die Sterne“, Kompositionen von Johannes Brahms, Caroline Shaw oder „Stars“ vom 1977 geborenen lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds. In diesem Werk werden zunächst Weingläser zum Klingen gebracht. Da die Proben noch laufen, gibt es immer wieder Verbesserungen. Stimmt der Gesamteindruck? Sind die klingenden Gläser auch im Publikumsbereich weiter hinten zu hören? Gerade sind sie der Chorleiterin noch etwas zu laut.
Das Repertoire geht weit über Madrigale hinaus
Der Chorgesang des Kieler Madrigalchores besticht durch Vielfalt und die hervorragenden Solostimmen, die immer wieder klar hervorblitzen. Das „Madrigal“ im Chornamen wird dabei nicht so streng genommen, wie es scheint. Ein Madrigal ist eine Gattung des weltlichen Gesangs, die in der Renaissance verbreitet war. „Wir nehmen das als Namen, singen aber nicht nur Madrigale, sondern wir singen auch Oratorien und romantische Chorsätze“, erklärt Chorleiterin Woebcken. „Es ist mehr ein Etikett und so heißen wir seit es uns gibt – seit 1990.“

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Dazu gesellen sich Sopransängerin Leevke Hambach und Simon Tetzlaff mit dem Cello. Es wird also ein künstlerisch sehr abwechslungsreicher Abend mit Liedern, die „sich von den Texten her alle mit dem Thema Sterne und Sternenhimmel beschäftigen“, so Woebcken.
Das „Konzert an die Sterne“ mit dem Kieler Madrigalchor und der Lichtkünstlerin Katharina Berndt, die ihre leuchtenden Illustrationen in den weiten, hohen Kirchenraum wirft, findet Freitag und Samstag ab 22 Uhr in der Kieler Nikolaikirche statt.
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